Heilmittel

Hagebutte WildroseHagebutte – Gesundwunder am Wegesrand

Die Gemeine Heckenrose (Rosa canina L.) wird in manchen Regionen auch „Hundsrose“ oder „Zaunrose“ genannt und ist die bekannteste Wildrosenart. Sie wächst in Asien, in ganz Europa und auch bei uns, meist als wilde Hecke am Wegesrand. Ihre Sträucher werden meist mehrere Meter hoch, sind sehr robust, anspruchslos und äußerst pflegeleicht.

Die rote Beere der Hagebutte ist nur eine „Scheinfrucht“. Auf den ersten Blick sieht man nur die leuchtend roten Hülle, doch die eigentliche Frucht sind die Kerne (Nüsschen) im inneren der Hagebutte. In Mitteleuropa bilden sich die Früchte der Hagebutten bis zum Spätsommer aus. Gesammelt wird die ganze Frucht ab September bis in den Oktober hinein, vor allem wegen ihres enorm hohen Vitamin-C-Gehaltes. Je später man erntet, umso süßer und intensiver werden Geschmack und Aroma. Der Frost macht ihnen nichts aus, sie werden dadurch nur etwas weicher.

Hagebutten in Küche, Naturheilkunde und Hexenzauber

Man hat Spuren der Frucht bei Bauern gefunden, die vermutlich etwa 3.000 Jahre vor Chr. lebten. Das belegt, dass die Hagebutte hierzulande schon sehr lange genutzt wird. Hippokrates empfahl die Hagebutte bei Entzündungen. Der alte Volksglaube besagt, dass man die Frucht an Weihnachten und Neujahr essen soll, um Unglück und Hexenzauber abzuwenden. Außerdem ist die Hagebutte oft auf Marienbildern abgebildet, denn sie gilt den Christen als Symbol der Enthaltsamkeit und Reinheit.

Man verwendet die Hagebutte

  • als Hagebutten-Marmelade,

  • als Hagebuttentee,

  • als Hagebuttenöl (Wildrosenöl),

  • gegen Durchfallerkrankungen,

  • zur Förderung der Abwehrkräfte, bei Grippe und Erkältung,

  • als Hagebuttenpulver bei Arthrosen, rheumatischen Beschwerden und chronischen Rückenschmerzen.

Inhaltsstoffe der Hagebutte

In der Hagebutte sind enthalten:

  • Organische Säuren: Ascorbinsäure (Vitamin C), Äpfelsäure, Zitronensäure,

  • Anthocyane, Proanthocyanidine, Flavonoide (Polyphenole),

  • Carotinoide wie Lycopin,

  • Pektin,

  • Gerbstoffe,

  • Vitamine, Mineralstoffe,

  • Kohlenhydrate, Zucker,

  • Fettes Öl (in den Nüsschen).

Weitere Beiträge zum Thema:

Hagebuttentee und Hagebuttenpulver selbst herstellen
Hagebuttenmarmelade -Vitamin C im Glas

KampherKampfer – die Dosis macht das Gift

Kampfer ist gleichzeitig die Bezeichnung für den Baum (Cinnamomum camphora), für dessen ätherisches Öl und für einen darin enthaltenen chemischen Bestandteil. Kampfer ist ein sehr stark riechendes Terpen (chemische Verbindung, die in zahlreichen Organismen natürlich vorkommt) und damit Hauptbestandteil vieler ätherischer Öle.

Anleitungen zur Anwendung von Kampfer (Campher) finden sich schon in der mittelalterlichen Phytotherapie, zum Beispiel bei Hildegard von Bingen (1098 – 1179). Im Islam werden die Verstorbenen vielfach bis heute bei der letzten Waschung mit einem Sud aus Wasser und Campher gereinigt.

Kampfer als Analeptikum

Heute wird Kampfer meist als Analeptikum verwendet. Analeptika wirken erregend auf das Nervensystem oder einzelne Körper-Funktionen, zum Beispiel das Atemzentrum. Sie können in höheren Dosen giftig sein und sogar Krämpfe auslösen. Kampfer wird heute nicht mehr als Atem-Analeptikum eingesetzt. Die Dosis die dazu benötigt würde, wäre zu hoch und könnte giftig sein.

Kampher – Anwendung und Wirkung

Früher galt die Kampfer-Spritze als klassisches Mittel der Notfallmedizin bei Kollaps oder Ohnmacht. Kampfer wird vom Körper rasch verstoffwechselt und dann über die Nieren wieder ausgeschieden wird. Er wirkt daher umgehend. Kampfer

  • lindert Schmerzen, Entzündungen und Reizungen der Haut,

  • wirkt durchblutungsfördernd,

  • stimuliert Atem und Kreislauf,

  • kräftigt den Kreislauf,

  • erweitert die Bronchien und löst so Krämpfe in den Bronchien.

Kampfer stimuliert die Bildung von flüssigem Schleim in den Bronchien und fördert so die Schleimentfernung aus den oberen Luftwegen. Kampfer ist daher in vielen Erkältungsmitteln enthalten.

Kampfer in der Naturheilkunde

Kampfer wird vorwiegend äußerlich als Salbe angewendet, bei der Behandlung von

  • Erkältungskrankheiten,

  • Muskelschmerzen,

  • Gelenkschmerzen,

  • Weichteilrheumatismus und

  • Herzbeschwerden.

Die Wirkung von Kampfer zielt auf die gleichen Areale des zentralen Nervensystems ab wie der Schmerz. Reibt man Kampfer auf die Haut, übt er einen Reiz die betroffene Hautstelle aus. Dieser Gegenreiz blockiert den eigentlichen Schmerz. Campherspiritus wird häufig auch bei bettlägerigen Menschen angewendet: Einreibungen von Rücken, Armen und Beinen beleben den Kreislauf und wirken kräftigend, erfrischend und wohltuend.

Kampfer - Warnhinweise

Eine innerliche Anwendung muss mit dem Arzt abgesprochen werden! Schon 2 g Kampfer können bei Erwachsenen toxische Wirkungen erzeugen. Erste Symptome wie Übelkeit und Erbrechen, Brennen im Mund und im oberen Bauch, Wärmegefühl und Kopfschmerzen treten innerhalb von 5 bis 15 Minuten nach Einnahme auf. Bei Menschen mit Asthma, Pseudokrupp oder Keuchhusten, bei Kindern und in der Stillzeit darf Kampfer nicht angewendet werden! Das gilt auch für Erkältungsmittel, die Kampfer enthalten. Die Äußerliche Anwendung sollte nur auf gesunder Haut erfolgen, da ansonsten Rötungen, Reizungen und schmerzhafte Entzündungen entstehen können. 10 bis maximal 20 Milliliter werden als Höchstdosis für eine Einreibung mit Campherspiritus angegeben, 300 Milliliter für eine Tagesdosis.

SonneSonne ist der beste Arzt

Sonnenlicht ist gesund, kann aber auch krank machen. Auch hier kommt es, wie fast immer, auf die Dosis an. Das scheinbar weiße Licht der Sonne setzt sich aus verschiedenen Farben zusammen – ganz so, wie wir sie im Spektrum des Regenbogens sehen. Entsprechend ihrer Wellenlänge hat jede Farbe eine ganz bestimmte Wirkung auf Körper, Geist und Seele.

So wirkt Licht auf das Gehirn

Limbisches SystemDie Schwingungen, die wir als Licht wahrnehmen, werden von den Augen aufgenommen und an die zentralen Schaltstellen im Gehirn weitergeleitet. Dort steuert das Limbische System in enger Zusammenarbeit mit dem Hypothalamus und der Hypophyse wichtige Funktionen wie

  • Stoffwechsel,

  • Aktivität,

  • Sexualität,

  • Schlaf- und Wachphasen.

Die Steuerung des vegetativen Nervensystems gehört zu den Aufgaben des Hypothalamus. Im engen funktionellen Zusammenhang mit dem vegetativen Nervensystem sichern Hormone die ständige Aufrechterhaltung des körperlichen und seelischen Gleichgewichtszustandes.

Sonne im Kopf

Sonnenlicht aktiviert die Ausschüttung einiger Hormone:

Das in der Zirbeldrüse (Epiphyse) gebildete Hormon Melatonin beeinflusst unsere Stimmungen und steuert den Schlaf-Wach-Rhythmus nach dem Motto

"Der Tag geht, das Melatonin kommt!"

Sonnenlicht steigert die Produktion von Sexualhormonen. In der Übergangsphase von Hell zu Dunkel werden dagegen weniger Gonatropine (Geschlechtshormone) ausgeschüttet. Die erhöhte Melatonin-Ausschüttung hemmt die Produktion.

 

Lichtmangel kann die Gesundheit erheblich stören: Eine erhöhte Melatonin-Ausschüttung kann bei entsprechender Veranlagung zu

  • Stimmungsschwankungen bis hin zu depressiven Verstimmungen,

  • Schlafstörungen,

  • Antriebsstörungen und

  • Energielosigkeit führen.

Winterdepression (SAD = Seasonal Affective Disorder)

Diese Symptome treten an Herbst- und Wintertagen verstärkt auf. Der einfache Grund dafür ist, dass das Sonnenlicht schwindet und sich die Sonne oft für Tage oder gar Wochen hinter Wolken und Nebelschwaden oder mit Schwefeldioxid und Staubteilchen angereicherter Luft verbirgt.

 

SchokoladeSerotonin und Psyche

Serotonin spielt als Neurotransmitter (Substanz, die Erregungen im Nervensystem weiterleitet) an den Synapsen (Verbindungsstelle zwischen zwei Nervenzellen) eine Rolle. Serotonin ist an der Regulation des Schlaf-Wach-Rhythmus beteiligt. Bei einem Mangel können nach heutigem Forschungsstand Depressionen auftreten.

Serotonin wirkt außerdem je nach Dosierung zusammenziehend auf Blutgefäße und anregend auf die Darmmuskulatur. Eine erhöhte Kohlenhydrat-Zufuhr kann einem Serotonin-Mangel entgegenwirken und einen sedierenden (beruhigenden) Einfluss auf das Nervensystem und die geistige Leistungsfähigkeit ausüben. Obst, Gemüse, Salate, Kartoffeln und Vollkornprodukte enthalten neben Vitaminen und Mineralien reichlich Kohlenhydrate, aus denen der Organismus Serotonin gewinnt.

Nervensystem im Gleichgewicht

Auch ein Mangel an Vitamin B6, das als Koenzym für den Eiweißstoffwechsel von Bedeutung ist, führt zu einer Unterversorgung mit Serotonin. Als ergiebige Quellen von Vitamin B6 (Pyridoxin) gelten

  • Avocados,

  • Bananen,

  • Naturreis,

  • Vollkornbrot,

  • Fisch und Geflügel.

Zur Aktivierung der am Neurotransmitter-Stoffwechsel beteiligten Enzyme benötigt unser Körper außerdem Mineralien wie Kalium, Natrium, Magnesium, Calcium und verschiedene Spurenelemente. Ein gestörtes Gleichgewicht der Überträgerstoffe zwischen den Nervenzellen, die an den Synapsen abgegeben werden und eine Erregung auslösen, z.B. Acetylcholin, Noradrenalin und Dopamin, begünstigt die Entstehung neurologischer Erkrankungen. Eines der wirkungsvollsten Antidepressiva ist übrigens nach jüngsten Erkenntnissen Schokolade. Beim Verzehr von Schokolade schießt Serotonin rasch ins Hirn und wirkt dort als Glückssubstanz. Die süße Geschmack von Schokolade macht glücklich, bringt die Lebensgeister zurück und steigert geistige Aktivität und Kreativität.

ZinkZink für gesunde Haut

Zink gehört zu den lebensnotwendigen (essentiellen) Spu­renele­menten, die alle lebenden Or­ganismen brauchen. Nach Eisen ist Zink das zweithäufigste Spurenelement im menschli­chen Kör­per. Zink hat eine wichtige katalytische Funktion bei der Eiweißsyn­these und ist an der Produk­tion lebens­notwendiger Enzyme be­tei­ligt. Bei einem Mangel an Zink können die Körperzellen überlebenswichtige Funktionen nicht mehr erfüllen. Zink aktiviert die steuernden En­zyme und steigert so die Vermehrung der Zellen. Dieser Vorgang wird durch die Behandlung von Haut und Hautwunden mit Zink­salbe geför­dert. Zinksalbe wird bei allgemeinem Wund­sein, schlecht heilenden Wun­den, auch bei klei­nen Kindern, seit Jahr­zehnten erfolgreich verwendet. Unsere Haut hat einen sehr hohen Bedarf an Zink, das die Wund­heilung fördert.

Zinkmangel kann erblich sein. Offensichtlich wird ein solcher Mangel durch rauhe Haut, mangelnde Wund­hei­lung, offene Geschwüre an Mund, After und Geschlechtsorganen, Haarausfall und An­fäl­lig­keit für Pilzinfektionen. Wir sollten also darauf achten, daß mit der Nahrung ge­nügend Zink aufgenommen wird.

  • Zink ist enthalten in
  • Rind- und Kalbfleisch,
  • Milch- und Milchprodukten,
  • Geflügel und Eiern.

Die Leber dagegen ist heut­e bei weitem nicht mehr so gesund, weil sie zur Müllhalde vieler Um­weltgifte verkommen ist. Zink aus pflanzlichen Lebensmitteln wird meist nur schlecht ausgenutzt.

Behandlung von Wunden

Kleinere Wunden

Zunächst ausbluten lassen, damit Schmutzteilchen und Krankheitserreger ausge­schwemmt werden. Nicht mit dem Finger berühren und einen keimfreien Verband aus der Hausapo­theke anlegen. Die meisten kleineren Wunden heilen unter einem Wund­schnell­ver­band. Damit Wunden schneller heilen, gibt es verschiedene Zube­reitungsformen und Anwendungsmöglichkei­ten von Heilkräu­tern.

Große, stark blutende Wunden

Wenn möglich das blu­tende Körperteil, Arm oder Bein, hochla­gern. Wenn das Blut hell­rot, stoßweise heraus­spritzt, Druckverband anle­gen und sofort einen Arzt rufen! Adern zwischen Wunde und Herz abdrücken, wegen Verblu­tungsgefahr.

AnisAnis, Fenchel, Kümmel, Koriander in Küche und Naturheilkunde

Anis, Fenchel, Kümmel und Koriander gehören zur gleichen Pflanzenfamilie, den Doldengewächsen. Sie besitzen daher auch ähnliche medizinische Eigenschaften:

Die ätherischen Öle von Anis, Fenchel, Kümmel, Koriander wirken beruhigend und krampfstillend. Sie machen blähende Speisen wie Hülsenfrüchte, Gemüse und Kohl bekömmlicher und vertreiben Winde.

Tee aus Fenchel ist wegen seiner beruhigenden Wirkung auch für Säuglinge geeignet. Fenchelhonig und Fenchelbonbons lindern Erkältungsbeschwerden.

Koriander regt den Appetit an, fördert die Verdauung und wirkt sich positiv auf das Nervensystem aus.

Tee aus Kümmel lindert krampfartige Magen- und Darmbeschwerden und ist hochwirksam bei Periodenschmerzen.

Rezept für Kümmeltee

  • 1 gehäuften TL Kümmel in einer große Tasse mit heißem Wasser übergießen,
  • den Sud 10 Minuten ziehen lassen,
  • durch ein Sieb gießen.

Aroma-Therapie mit Anis-Duft lindert Kopfschmerzen: Zerstoßene Anis-Samen in der Aroma-Lampe mit Wasser verdampfen.

Anis, Fenchel, Kümmel und Koriander in der Kräuter-Küche

Brot mit Fenchel, Koriander, und Kümmel ist nicht nur schmackhafter, sondern auch besser verträglich, besonders wenn es sehr frisch gegessen wird.

Anis verleiht Kuchen, Lebkuchen und den zu Weihnachten so beliebten Anisplätzchen einen feinwürzigen Geschmack. Auch Obstsalat, Süßspeisen und sogar einigen Gemüsegerichten verleiht Anis einen aromatischen Geruch.

Fenchel-Samen machen Backwaren, Süßspeisen, Eintöpfe und Kohl-Gerichte schmackhaft. Besonders köstlich ist auch der Gemüsefenchel, den sogar die meisten Kinder lieben.

Koriander verbesser in Verbindung mit Anis den Geschmack von Pflaumenmus, würzt Gulasch und Wildbret und verleiht Spekulatius-Gebäck den typischen Geschmack.

Kümmel wird gern für in „Kümmelkipferln“ und andere regionale Brot-Spezialitätn, einige beliebte Käsesorten sowie verschiedene Wurstsorten verwendet. Auch Braten, Soßen und Bratkartoffeln werden mit Kümmel zubereitet. Fein vermahlen setzt Kümmel sein Aroma noch intensiver frei und erhöht die Würzkraft.

WeißdornWeißdorn in der Naturheilkunde

Der Weißdorn (Crataegus laevigata) wurde im Gegensatz zu vielen anderen Heilpflanzen erst relativ spät, nämlich zu Beginn des 14. Jahrhunderts, von der Naturheilkunde entdeckt. Der Name „Weißdorn“ ist auf die weiße Farbe der Blüten zurückzuführen. Man erkennt den Weißdorn an seinem etwas aufdringlichen Geruch während der Blütezeit. Der intensive Duft soll Käfer und Fliegen zur Bestäubung anlocken. Die Früchte des Weißdorns wurden früher an die Schweine verfüttert. In Notzeiten dienten sie auch den Menschen als Nahrungsquelle. Sammelgut für Heilmittel-Anwendungen sind die Blüten von Mai bis Juni und die Früchte von August bis Oktober. Die Blüten werden während des Aufblühens mit den oberen Blättern von den Zweigen abgestreift.

Weißdorn - Inhaltsstoffe und Wirkung

Weißdorn enthält

  • Flavonoide,
  • Gerbstoff,
  • Histamin,
  • Hyperosid,
  • ätherisches Öl,
  • Vitamin C.

Der Weißdorn bewirkt eine Verbesserung der Herztätigkeit, erweitert die Herzkranzgefäße und stärkt den Herzmuskel. Er gilt daher als natürliches Kreislaufmittel und ist besonders geeignet zur Behandlung von Altersherz, Herzmuskelentzündung und Arterienverkalkung. Er hat sedative (beruhigende) Wirkung und lindert Beklemmungsgefühle im Brustkorb, nervöse Herzstörungen (Angina pectoris), Aufregung, Gereiztheit, Depressionen und Schlafstörungen.

Weißdorn – Rezepte

Weißdorn-Tee

  • 1 EL Blüten mit heißem Wasser aufgießen,
  • täglich 3 Tassen, gegebenenfalls mit Honig gesüßt, trinken.

Weißdorn-Inhalation

Eine Inhalation ist besonders bei Angst, innerer Unruhe, Schlaflosigkeit und Depressionen zu empfehlen, schon weil die bewusste und tiefe Ein- und Ausatmung bei der Inhalation beruhigende Wirkung auf den Organismus hat:

  • 1 TL Weißdornblüten mit 2 TL Johanniskraut mischen,
  • die Kräuter im Inhalator oder einer Schüssel mit siedendem Wasser aufgießen,
  • 3-4 Min. ziehen lassen und die Dämpfe einatmen.

ThymianEchter Thymian

Der Echte Thymian (Thymus Vulgaris) ist vor allem in den Mittelmeerländern beheimatet. Die trockenen, sonnigen Lagen und das mediterrane Klima schaffen optimale Voraussetzungen für beste Qualität und eine hohe Ausbeute an ätherischem Öl. Sammelgut ist das blühende Kraut des Thymian von Mai bis Oktober.

Thymian – Inhaltsstoffe und Wirkung

Hauptwirkstoffe des Thymians sind die ätherischen Öle, insbesondere Thymol und Carvacrol, aber auch Borneol, Cineol, Linalool und Pinen. Neben Bitterstoffen, Saponinen und Flavonoiden sind außerdem etwa 10% Gerbstoffe enthalten. Thymian hat eine stark keimtötende Wirkung, wirkt zudem

  • krampflösend,
  • Auswurf fördernd,
  • desinfizierend,
  • zusammenziehend,
  • beruhigend,
  • nervenstärkend und ist
  • magenwirksam.

Anwendungsgebiete und Rezepturen

Thymian – innerliche Anwendung

Bei Erkrankungen der oberen Atemwege wie Husten, Bronchitis, Keuchhusten, generell bei infektiösen Erkrankungen, Grippe, Stirnhöhlenkatarrh, Verdauungsstörungen und Magenschleimhautentzündungen. Die krampflösenden Eigenschaften kommen bei Asthma besonders zur Geltung, ebenso bei Blähungen. Bei Durchfällen ist die zusammenziehende Wirkung des Gerbstoffs hilfreich.

Thymian – äußerliche Anwendung

Als Mittel gegen hartnäckige Ausschläge und Pilzerkrankungen (Mykosen) zwischen den Zehen. Für durchblutungsfördernde und anregende Bäder bei Erschöpfungszuständen.

Bei der Behandlung von Entzündungen im Mund- und Rachenraum sind die desinfizierenden und zusammenziehenden Eigenschaften hilfreich.

Thymian – Heilmittel selbst herstellen

Thymian-Tee

  • 2 TL getrocknetes Kraut in großer Tasse mit heißem Wasser aufgießen,
  • 10 Min. ziehen lassen,
  • dreimal täglich 1 Tasse trinken.

Thymian-Bad

Kräuteraufguss mit 100 Gramm Droge oder 10 Tropfen ätherischem Öl. Wer den Geruch des Thymianöls als zu herb empfindet, kann ihn durch Zugabe einiger Tropfen Zitronenöl mildern.

Thymian-Inhalation

Wegen der bakterienbekämpfenden und krampflösenden Eigenschaften ist Thymian sehr gut für Inhalationen geeignet.

Thymian-Tinktur

Thymian-Tinktur ist hilfreich bei Migräne, Kopfschmerzen und Erschöpfung (Einreibungen):

  • Einige Zweige des Thymian-Krautes in klarem Alkohol ansetzen,
  • nach 10 bis 14 Tagen abseihen und umfüllen, dunkel aufbewahren.
  • Die Tinktur ist gebrauchsfertig.

SpitzwegerichSpitzwegerich in der Heilkunde

Der Spitzwegerich wächst auf Wiesen und Weiden, an Wegrändern und auf Äckern. An trockenen Standorten fühlt er sich am wohlsten. Seinen lateinischen Namen „Plantago lanceolata L.“ trägt er wegen der lanzettenartigen Blätter, die bis zu 30 cm lang werden können und in einer grundständigen Rosette stehen. Im Mittelalter zählte der Spitzwegerich zu den am häufigsten verwendeten Heilpflanzen. In den letzten Jahren hat er wegen seiner vielseitigen Heilwirkung eine Art Wiedergeburt erlebt. Sammelgut ist das Kraut von Mai bis Juni.

Spitzwegerich – Inhaltsstoffe und Wirkung

Spitzwegerich enthält

  • das Glykosid Aucubin,
  • Schleimstoffe,
  • Gerbstoffe,
  • Kieselsäure,
  • Mineralsalze,
  • geringe Mengen Vitamin C.

Spitzwegerich wirkt

  • adstringierend,
  • wundheilend,
  • blutstillend,
  • blutreinigend und
  • Auswurf fördernd.

Spitzwegerich – Anwendungsgebiete und Rezepte

Spitzwegerich eignet sich hervorragend zur Behandlung kleinerer Wunden. Deswegen werden seine blutstillenden und wundheilenden Eigenschaften heute wieder verstärkt genutzt. Dazu zerreibt man die Blätter des Spitzwegerich zwischen den Fingern oder rollt ein paarmal fest mit einem Nudelholz darüber. Dann legt man sie dann auf die Wunde und umwickelt die Auflage mit etwas Verbandsstoff. Alternative: Die Blätter des Spitzwegerich werden ausgepresst und der austretende Saft auf ein Leinentuch geträufelt. Auch diese Auflage wird mit einem Verband direkt auf die Wunde gelegt.

Aus dem Saft der Spitzwegerichblätter kann außerdem ein wohltuendes Augenwasser hergestellt werden. Es erfrischt ermüdete Augen und ist auch bei Augenbindehautentzündung hilfreich.

Zur Behandlung von Erkrankungen der oberen Luftwege, Verschleimung, Bronchitis und Asthma wird ein frischer Aufguss als Inhalationsmittel oder Tee verwendet.

Neben Bestrahlungen mit UV-Licht dient Spitzwegerich als natürliches Heilmittel bei Schuppenflechte.

Santalum album SandelholzSandelholz

Der Sandelholzbaum (Santalum album) hat seine Heimat in Ostindien und Australien. Er gehört zu den Sandelholzgewächsen und ist ein Halbschmarotzer, weil er den Wurzeln anderer Bäume die Nährstoffe entzieht.

Sandelholz gehört seit Jahrtausenden zu den begehrtesten Duftstoffen. Es ist heute noch das berühmteste der tropischen Harthölzer und ist fester Bestandteil des sozialen Lebens und des kulturellen Brauchtums des asiatischen Kulturkreises: Sandelholz und Sandelholz-Essenzen werden bei allen religiösen Ritualen des Hinduismus verwendet. Sandelholz ist jedoch nicht nur als Duftstofflieferant begehrt, sondern hat auch wertvolle medizinische Eigenschaften: Das Holz des Sandelholz-Baumes ist reich an Schutzstoffen. Es hält unter anderem die angriffslustigen Termiten (Weiße Ameisen) fern.

Sandelholz – Sammelgut, Wirkung und Anwendung

Kernholz und Wurzelstücke werden zunächst grob zerkleinert und dann zu feinem Mehl vermahlen. Aus dem pulverisierten Sandelholz gewinnt man das kostbare ätherische Öl mittels Dampfdestillation. Sandelholz wirkt

  • antiseptisch,
  • zusammenziehend,
  • stärkend,
  • krampflösend und
  • aphrodisierend.

Sandelholz - Anwendungsgebiete

Sandelholzöl hat einen feinen, leicht holzigen Geruch. Es wirkt harmonisierend und ausgleichend, ist hilfreich bei nervöser Anspannung und Niedergeschlagenheit und steigert die geistige Aktivität. Dem wohlriechenden Öl wird auch eine anregende Wirkung auf die Organe des Unterleibs zugeschrieben. Sandelholzöl eignet sich außerdem zur Behandlung von Halsbeschwerden, chronischer Bronchitis sowie Husten und wirkt schleimlösend.

Sandelholz in der Parfümherstellung

Sandelholzöl verflüchtigt sich langsam und dient deshalb als Basisöl für andere Öle bei der Herstellung von Parfüm. Es bildet eine dominierende Duftkomponente in Herrenparfüms. Sandelholzöl hat eine ausgeprägte Yang-Komponente und verbindet es sich daher gut mit Rosenöl (Yin).

Rosmarin StecklingRosmarin

Rosmarin (Rosmarin Officinalis) wächst als niedriger, immergrüner und mehrjähriger Strauch. Seine Heimat liegt am Mittelmeer und in der Provence (Südfrankreich). Auch bei uns ist der Rosmarin schon seit langem ein wichtiger Bestandteil des Kräutergärtleins. Wie Dill, Basilikum, Kresse, Melisse, Oregano, Petersilie, Thymian, Salbei und Schnittlauch gedeiht er auch auf dem Balkon gut. Rosmarin läßt sich leicht durch Stecklinge vermehren. Gibt man dem Rosmarin ein geschütztes Plätzchen, kann er sogar draußen überwintern.

Rosmarin – Inhaltsstoffe und Wirkung

Sammelgut sind die zarten Spitzen der Stängel von Mai bis September. Von den unteren Teilen verwendet man nur die Blätter.

Inhaltsstoffe

  • Ätherisches Öl mit Kampferanteil (daher auch der kampferartige Geruch),
  • Tannine (Gerbstoffe, sie sind für die adstringierende Wirkung verantwortlich),
  • Glykoside,
  • Saponin,
  • Bitterstoffe.

Die Wirkung von Rosmarin ist

  • allgemein anregend,
  • blutdrucksteigernd,
  • adstringierend,
  • antiseptisch,
  • wundheilend,
  • nervenstärkend.

Anwendungsgebiete von Rosmarin

Man verwendet Rosmarin bei Erschöpfungszuständen und Überlastung, niedrigem Blutdruck, zur Aktivierung des Kreislaufs, zur Anregung der Gallensekretion, bei Durchblutungsstörungen, Rheuma, Nervosität, Migräne, Leberentzündung und Gliederschmerzen. Wegen der adstringierenden und tonisierenden Wirkung ist Rosmarinöl häufig Bestandteil von hautpflegenden Mitteln.

Rosmarin - Rezepturen zum selber machen

Tee

  • 1 TL Rosmarin-Kraut in eine Tasse geben,
  • heiß aufgießen und 10 Min. ziehen lassen,
  • abseihen und 3 Tassen täglich trinken.

Badezusatz

50 g Rosmarin mit ½ Liter heißem Wasser aufgießen oder 10 Tropfen Rosmarinöl in das Badewasser geben. Bei Fußbädern 3-4 Tropfen. Wegen der belebenden Wirkung sollte man Rosmarinbäder nicht nach 16.00 Uhr vornehmen.

Rosmarin-Tinktur

  • Die frischen Spitzen einiger Rosmarinzweige 8-10 Tage in klarem Alkohol ansetzen,
  • abseihen und dunkel aufbewahren.

Rosmarinöl

  • 100g Kraut mit ½ Liter Olivenöl ansetzen,
  • 2-3 Wochen an der Sonne stehen lassen,
  • abseihen und in saubere Fläschchen umfüllen,
  • dunkel aufbewahren (ca. 1 Jahr haltbar).

unbehandelte ZitronenDie Zitrone

Der Zitronenbaum stammt aus Südostasien und ist vor allem in Indien beheimatet. Durch die Feldzüge Alexander des Großen wurden Zitronenbäume im südlichen Europa heimisch gemacht. Sie wachsen in Italien, Spanien, Portugal und Griechenland. Die Bäume tragen das ganze Jahr hindurch Blüten und Früchte. Die Zitrone galt schon in alter Zeit als Mittel zur Heilung und Vorbeugung bei epidemischen Erkrankungen. Sie wirkt

  • antiseptisch,
  • blutstillend,
  • erfrischend,
  • fiebersenkend,
  • alkalisierend (erhöht den pH-Wert),
  • reinigend,
  • antisklerotisch (vorbeugende Wirkung gegen Ablagerungen im Gewebe)

Zitrone - wichtigste Inhaltsstoffe

Der Saft enthält 6-8 Prozent Zitronensäure. In 100 Gramm Frucht sind etwa 40 bis 50 mg Vitamin C enthalten. Vitamin C gehört neben Beta-Carotin und Vitamin E zu den sogenannten Radikalfängern. Vitamin C (Ascorbinsäure) spielt eine Hauptrolle beim Abbau von Sauerstoffradikalen, die durch Entgiftungsreaktionen im Körper (vorwiegend in der Leber) entstehen. Verursacher sind: Zigarettenrauch, Smog, chlorhaltige Verbindungen, Schwermetalle, Alkoholmissbrauch, übermäßiger Medikamentenkonsum, Entzündungen und Stress. Der menschliche Organismus kann Vitamin C (Ascorbinsäure) nicht selbst herstellen. Wir müssen deshalb Vitamin C mit der Nahrung in ausreichender Menge aufnehmen. Vitamin C ist auch in anderen Zitrusfrüchten, in Paprika, Kiwi und Johannisbeeren reichlich vorhanden.

Der Saft der Zitrone enthält außerdem direkt verwertbaren Fruchtzucker, Mineralsalze (Kalium, Kalzium, Eisen), Spurenelemente und Schleimstoffe. Aus der Schale vorwiegend von grünen Früchten, wird eine stark duftende, antiseptisch (Keim reduzierend) wirkende Essenz gepresst. Man benötigt die Schalen von ungefähr 3000 Zitronen um nur einen einzigen Liter Essenz zu erhalten!