Heilmittel

SonneSonne ist der beste Arzt

Sonnenlicht ist gesund, kann aber auch krank machen. Auch hier kommt es, wie fast immer, auf die Dosis an. Das scheinbar weiße Licht der Sonne setzt sich aus verschiedenen Farben zusammen – ganz so, wie wir sie im Spektrum des Regenbogens sehen. Entsprechend ihrer Wellenlänge hat jede Farbe eine ganz bestimmte Wirkung auf Körper, Geist und Seele.

So wirkt Licht auf das Gehirn

Limbisches SystemDie Schwingungen, die wir als Licht wahrnehmen, werden von den Augen aufgenommen und an die zentralen Schaltstellen im Gehirn weitergeleitet. Dort steuert das Limbische System in enger Zusammenarbeit mit dem Hypothalamus und der Hypophyse wichtige Funktionen wie

  • Stoffwechsel,

  • Aktivität,

  • Sexualität,

  • Schlaf- und Wachphasen.

Die Steuerung des vegetativen Nervensystems gehört zu den Aufgaben des Hypothalamus. Im engen funktionellen Zusammenhang mit dem vegetativen Nervensystem sichern Hormone die ständige Aufrechterhaltung des körperlichen und seelischen Gleichgewichtszustandes.

Sonne im Kopf

Sonnenlicht aktiviert die Ausschüttung einiger Hormone:

Das in der Zirbeldrüse (Epiphyse) gebildete Hormon Melatonin beeinflusst unsere Stimmungen und steuert den Schlaf-Wach-Rhythmus nach dem Motto

"Der Tag geht, das Melatonin kommt!"

Sonnenlicht steigert die Produktion von Sexualhormonen. In der Übergangsphase von Hell zu Dunkel werden dagegen weniger Gonatropine (Geschlechtshormone) ausgeschüttet. Die erhöhte Melatonin-Ausschüttung hemmt die Produktion.

 

Lichtmangel kann die Gesundheit erheblich stören: Eine erhöhte Melatonin-Ausschüttung kann bei entsprechender Veranlagung zu

  • Stimmungsschwankungen bis hin zu depressiven Verstimmungen,

  • Schlafstörungen,

  • Antriebsstörungen und

  • Energielosigkeit führen.

Winterdepression (SAD = Seasonal Affective Disorder)

Diese Symptome treten an Herbst- und Wintertagen verstärkt auf. Der einfache Grund dafür ist, dass das Sonnenlicht schwindet und sich die Sonne oft für Tage oder gar Wochen hinter Wolken und Nebelschwaden oder mit Schwefeldioxid und Staubteilchen angereicherter Luft verbirgt.

 

SchokoladeSerotonin und Psyche

Serotonin spielt als Neurotransmitter (Substanz, die Erregungen im Nervensystem weiterleitet) an den Synapsen (Verbindungsstelle zwischen zwei Nervenzellen) eine Rolle. Serotonin ist an der Regulation des Schlaf-Wach-Rhythmus beteiligt. Bei einem Mangel können nach heutigem Forschungsstand Depressionen auftreten.

Serotonin wirkt außerdem je nach Dosierung zusammenziehend auf Blutgefäße und anregend auf die Darmmuskulatur. Eine erhöhte Kohlenhydrat-Zufuhr kann einem Serotonin-Mangel entgegenwirken und einen sedierenden (beruhigenden) Einfluss auf das Nervensystem und die geistige Leistungsfähigkeit ausüben. Obst, Gemüse, Salate, Kartoffeln und Vollkornprodukte enthalten neben Vitaminen und Mineralien reichlich Kohlenhydrate, aus denen der Organismus Serotonin gewinnt.

Nervensystem im Gleichgewicht

Auch ein Mangel an Vitamin B6, das als Koenzym für den Eiweißstoffwechsel von Bedeutung ist, führt zu einer Unterversorgung mit Serotonin. Als ergiebige Quellen von Vitamin B6 (Pyridoxin) gelten

  • Avocados,

  • Bananen,

  • Naturreis,

  • Vollkornbrot,

  • Fisch und Geflügel.

Zur Aktivierung der am Neurotransmitter-Stoffwechsel beteiligten Enzyme benötigt unser Körper außerdem Mineralien wie Kalium, Natrium, Magnesium, Calcium und verschiedene Spurenelemente. Ein gestörtes Gleichgewicht der Überträgerstoffe zwischen den Nervenzellen, die an den Synapsen abgegeben werden und eine Erregung auslösen, z.B. Acetylcholin, Noradrenalin und Dopamin, begünstigt die Entstehung neurologischer Erkrankungen. Eines der wirkungsvollsten Antidepressiva ist übrigens nach jüngsten Erkenntnissen Schokolade. Beim Verzehr von Schokolade schießt Serotonin rasch ins Hirn und wirkt dort als Glückssubstanz. Die süße Geschmack von Schokolade macht glücklich, bringt die Lebensgeister zurück und steigert geistige Aktivität und Kreativität.

ZinkZink für gesunde Haut

Zink gehört zu den lebensnotwendigen (essentiellen) Spu­renele­menten, die alle lebenden Or­ganismen brauchen. Nach Eisen ist Zink das zweithäufigste Spurenelement im menschli­chen Kör­per. Zink hat eine wichtige katalytische Funktion bei der Eiweißsyn­these und ist an der Produk­tion lebens­notwendiger Enzyme be­tei­ligt. Bei einem Mangel an Zink können die Körperzellen überlebenswichtige Funktionen nicht mehr erfüllen. Zink aktiviert die steuernden En­zyme und steigert so die Vermehrung der Zellen. Dieser Vorgang wird durch die Behandlung von Haut und Hautwunden mit Zink­salbe geför­dert. Zinksalbe wird bei allgemeinem Wund­sein, schlecht heilenden Wun­den, auch bei klei­nen Kindern, seit Jahr­zehnten erfolgreich verwendet. Unsere Haut hat einen sehr hohen Bedarf an Zink, das die Wund­heilung fördert.

Zinkmangel kann erblich sein. Offensichtlich wird ein solcher Mangel durch rauhe Haut, mangelnde Wund­hei­lung, offene Geschwüre an Mund, After und Geschlechtsorganen, Haarausfall und An­fäl­lig­keit für Pilzinfektionen. Wir sollten also darauf achten, daß mit der Nahrung ge­nügend Zink aufgenommen wird.

  • Zink ist enthalten in
  • Rind- und Kalbfleisch,
  • Milch- und Milchprodukten,
  • Geflügel und Eiern.

Die Leber dagegen ist heut­e bei weitem nicht mehr so gesund, weil sie zur Müllhalde vieler Um­weltgifte verkommen ist. Zink aus pflanzlichen Lebensmitteln wird meist nur schlecht ausgenutzt.

Behandlung von Wunden

Kleinere Wunden

Zunächst ausbluten lassen, damit Schmutzteilchen und Krankheitserreger ausge­schwemmt werden. Nicht mit dem Finger berühren und einen keimfreien Verband aus der Hausapo­theke anlegen. Die meisten kleineren Wunden heilen unter einem Wund­schnell­ver­band. Damit Wunden schneller heilen, gibt es verschiedene Zube­reitungsformen und Anwendungsmöglichkei­ten von Heilkräu­tern.

Große, stark blutende Wunden

Wenn möglich das blu­tende Körperteil, Arm oder Bein, hochla­gern. Wenn das Blut hell­rot, stoßweise heraus­spritzt, Druckverband anle­gen und sofort einen Arzt rufen! Adern zwischen Wunde und Herz abdrücken, wegen Verblu­tungsgefahr.

AnisAnis, Fenchel, Kümmel, Koriander in Küche und Naturheilkunde

Anis, Fenchel, Kümmel und Koriander gehören zur gleichen Pflanzenfamilie, den Doldengewächsen. Sie besitzen daher auch ähnliche medizinische Eigenschaften:

Die ätherischen Öle von Anis, Fenchel, Kümmel, Koriander wirken beruhigend und krampfstillend. Sie machen blähende Speisen wie Hülsenfrüchte, Gemüse und Kohl bekömmlicher und vertreiben Winde.

Tee aus Fenchel ist wegen seiner beruhigenden Wirkung auch für Säuglinge geeignet. Fenchelhonig und Fenchelbonbons lindern Erkältungsbeschwerden.

Koriander regt den Appetit an, fördert die Verdauung und wirkt sich positiv auf das Nervensystem aus.

Tee aus Kümmel lindert krampfartige Magen- und Darmbeschwerden und ist hochwirksam bei Periodenschmerzen.

Rezept für Kümmeltee

  • 1 gehäuften TL Kümmel in einer große Tasse mit heißem Wasser übergießen,
  • den Sud 10 Minuten ziehen lassen,
  • durch ein Sieb gießen.

Aroma-Therapie mit Anis-Duft lindert Kopfschmerzen: Zerstoßene Anis-Samen in der Aroma-Lampe mit Wasser verdampfen.

Anis, Fenchel, Kümmel und Koriander in der Kräuter-Küche

Brot mit Fenchel, Koriander, und Kümmel ist nicht nur schmackhafter, sondern auch besser verträglich, besonders wenn es sehr frisch gegessen wird.

Anis verleiht Kuchen, Lebkuchen und den zu Weihnachten so beliebten Anisplätzchen einen feinwürzigen Geschmack. Auch Obstsalat, Süßspeisen und sogar einigen Gemüsegerichten verleiht Anis einen aromatischen Geruch.

Fenchel-Samen machen Backwaren, Süßspeisen, Eintöpfe und Kohl-Gerichte schmackhaft. Besonders köstlich ist auch der Gemüsefenchel, den sogar die meisten Kinder lieben.

Koriander verbesser in Verbindung mit Anis den Geschmack von Pflaumenmus, würzt Gulasch und Wildbret und verleiht Spekulatius-Gebäck den typischen Geschmack.

Kümmel wird gern für in „Kümmelkipferln“ und andere regionale Brot-Spezialitätn, einige beliebte Käsesorten sowie verschiedene Wurstsorten verwendet. Auch Braten, Soßen und Bratkartoffeln werden mit Kümmel zubereitet. Fein vermahlen setzt Kümmel sein Aroma noch intensiver frei und erhöht die Würzkraft.

WeißdornWeißdorn in der Naturheilkunde

Der Weißdorn (Crataegus laevigata) wurde im Gegensatz zu vielen anderen Heilpflanzen erst relativ spät, nämlich zu Beginn des 14. Jahrhunderts, von der Naturheilkunde entdeckt. Der Name „Weißdorn“ ist auf die weiße Farbe der Blüten zurückzuführen. Man erkennt den Weißdorn an seinem etwas aufdringlichen Geruch während der Blütezeit. Der intensive Duft soll Käfer und Fliegen zur Bestäubung anlocken. Die Früchte des Weißdorns wurden früher an die Schweine verfüttert. In Notzeiten dienten sie auch den Menschen als Nahrungsquelle. Sammelgut für Heilmittel-Anwendungen sind die Blüten von Mai bis Juni und die Früchte von August bis Oktober. Die Blüten werden während des Aufblühens mit den oberen Blättern von den Zweigen abgestreift.

Weißdorn - Inhaltsstoffe und Wirkung

Weißdorn enthält

  • Flavonoide,
  • Gerbstoff,
  • Histamin,
  • Hyperosid,
  • ätherisches Öl,
  • Vitamin C.

Der Weißdorn bewirkt eine Verbesserung der Herztätigkeit, erweitert die Herzkranzgefäße und stärkt den Herzmuskel. Er gilt daher als natürliches Kreislaufmittel und ist besonders geeignet zur Behandlung von Altersherz, Herzmuskelentzündung und Arterienverkalkung. Er hat sedative (beruhigende) Wirkung und lindert Beklemmungsgefühle im Brustkorb, nervöse Herzstörungen (Angina pectoris), Aufregung, Gereiztheit, Depressionen und Schlafstörungen.

Weißdorn – Rezepte

Weißdorn-Tee

  • 1 EL Blüten mit heißem Wasser aufgießen,
  • täglich 3 Tassen, gegebenenfalls mit Honig gesüßt, trinken.

Weißdorn-Inhalation

Eine Inhalation ist besonders bei Angst, innerer Unruhe, Schlaflosigkeit und Depressionen zu empfehlen, schon weil die bewusste und tiefe Ein- und Ausatmung bei der Inhalation beruhigende Wirkung auf den Organismus hat:

  • 1 TL Weißdornblüten mit 2 TL Johanniskraut mischen,
  • die Kräuter im Inhalator oder einer Schüssel mit siedendem Wasser aufgießen,
  • 3-4 Min. ziehen lassen und die Dämpfe einatmen.

ThymianEchter Thymian

Der Echte Thymian (Thymus Vulgaris) ist vor allem in den Mittelmeerländern beheimatet. Die trockenen, sonnigen Lagen und das mediterrane Klima schaffen optimale Voraussetzungen für beste Qualität und eine hohe Ausbeute an ätherischem Öl. Sammelgut ist das blühende Kraut des Thymian von Mai bis Oktober.

Thymian – Inhaltsstoffe und Wirkung

Hauptwirkstoffe des Thymians sind die ätherischen Öle, insbesondere Thymol und Carvacrol, aber auch Borneol, Cineol, Linalool und Pinen. Neben Bitterstoffen, Saponinen und Flavonoiden sind außerdem etwa 10% Gerbstoffe enthalten. Thymian hat eine stark keimtötende Wirkung, wirkt zudem

  • krampflösend,
  • Auswurf fördernd,
  • desinfizierend,
  • zusammenziehend,
  • beruhigend,
  • nervenstärkend und ist
  • magenwirksam.

Anwendungsgebiete und Rezepturen

Thymian – innerliche Anwendung

Bei Erkrankungen der oberen Atemwege wie Husten, Bronchitis, Keuchhusten, generell bei infektiösen Erkrankungen, Grippe, Stirnhöhlenkatarrh, Verdauungsstörungen und Magenschleimhautentzündungen. Die krampflösenden Eigenschaften kommen bei Asthma besonders zur Geltung, ebenso bei Blähungen. Bei Durchfällen ist die zusammenziehende Wirkung des Gerbstoffs hilfreich.

Thymian – äußerliche Anwendung

Als Mittel gegen hartnäckige Ausschläge und Pilzerkrankungen (Mykosen) zwischen den Zehen. Für durchblutungsfördernde und anregende Bäder bei Erschöpfungszuständen.

Bei der Behandlung von Entzündungen im Mund- und Rachenraum sind die desinfizierenden und zusammenziehenden Eigenschaften hilfreich.

Thymian – Heilmittel selbst herstellen

Thymian-Tee

  • 2 TL getrocknetes Kraut in großer Tasse mit heißem Wasser aufgießen,
  • 10 Min. ziehen lassen,
  • dreimal täglich 1 Tasse trinken.

Thymian-Bad

Kräuteraufguss mit 100 Gramm Droge oder 10 Tropfen ätherischem Öl. Wer den Geruch des Thymianöls als zu herb empfindet, kann ihn durch Zugabe einiger Tropfen Zitronenöl mildern.

Thymian-Inhalation

Wegen der bakterienbekämpfenden und krampflösenden Eigenschaften ist Thymian sehr gut für Inhalationen geeignet.

Thymian-Tinktur

Thymian-Tinktur ist hilfreich bei Migräne, Kopfschmerzen und Erschöpfung (Einreibungen):

  • Einige Zweige des Thymian-Krautes in klarem Alkohol ansetzen,
  • nach 10 bis 14 Tagen abseihen und umfüllen, dunkel aufbewahren.
  • Die Tinktur ist gebrauchsfertig.

unbehandelte ZitronenDie Zitrone

Der Zitronenbaum stammt aus Südostasien und ist vor allem in Indien beheimatet. Durch die Feldzüge Alexander des Großen wurden Zitronenbäume im südlichen Europa heimisch gemacht. Sie wachsen in Italien, Spanien, Portugal und Griechenland. Die Bäume tragen das ganze Jahr hindurch Blüten und Früchte. Die Zitrone galt schon in alter Zeit als Mittel zur Heilung und Vorbeugung bei epidemischen Erkrankungen. Sie wirkt

  • antiseptisch,
  • blutstillend,
  • erfrischend,
  • fiebersenkend,
  • alkalisierend (erhöht den pH-Wert),
  • reinigend,
  • antisklerotisch (vorbeugende Wirkung gegen Ablagerungen im Gewebe)

Zitrone - wichtigste Inhaltsstoffe

Der Saft enthält 6-8 Prozent Zitronensäure. In 100 Gramm Frucht sind etwa 40 bis 50 mg Vitamin C enthalten. Vitamin C gehört neben Beta-Carotin und Vitamin E zu den sogenannten Radikalfängern. Vitamin C (Ascorbinsäure) spielt eine Hauptrolle beim Abbau von Sauerstoffradikalen, die durch Entgiftungsreaktionen im Körper (vorwiegend in der Leber) entstehen. Verursacher sind: Zigarettenrauch, Smog, chlorhaltige Verbindungen, Schwermetalle, Alkoholmissbrauch, übermäßiger Medikamentenkonsum, Entzündungen und Stress. Der menschliche Organismus kann Vitamin C (Ascorbinsäure) nicht selbst herstellen. Wir müssen deshalb Vitamin C mit der Nahrung in ausreichender Menge aufnehmen. Vitamin C ist auch in anderen Zitrusfrüchten, in Paprika, Kiwi und Johannisbeeren reichlich vorhanden.

Der Saft der Zitrone enthält außerdem direkt verwertbaren Fruchtzucker, Mineralsalze (Kalium, Kalzium, Eisen), Spurenelemente und Schleimstoffe. Aus der Schale vorwiegend von grünen Früchten, wird eine stark duftende, antiseptisch (Keim reduzierend) wirkende Essenz gepresst. Man benötigt die Schalen von ungefähr 3000 Zitronen um nur einen einzigen Liter Essenz zu erhalten!

Malve
Wilde Malve (Malva sylvestris)

Die wilde Malve gehört wie die blaue und die mauretanische zu den Malvengewächsen. Sie stammt vermutlich aus dem südlichen Europa und dem mittleren Asien. Heute ist sie über den ganzen Erdball verbreitet. Die wilde Malve wird bis zu einem Meter hoch und ist denkbar anspruchslos. Sie gedeiht an Wegen, auf Weiden und Schutthalden. Zur Vermehrung kann man sie im zeitigen Frühjahr geschützt in Töpfen ziehen oder ab April direkt ins Freiland säen. Man sammelt die Blüten (mit Kelch, ohne Stiel) im Juni und die Blätter von Juni bis September. Die getrockneten Blüten nehmen eine violette Farbe an und sind gut für Potpourris geeinet.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Die Blüten der wilden Malve enthalten Schleim und Anthocyan sowie etwa 10 Prozent Gerbstoffe. Sie wirken entzündungshemmend, reizlindernd und leicht adstringierend. Der enthaltene Schleim ist ein gutes Mittel gegen Atemwegserkrankungen und Husten. Die Kombination aus Schleim- und Gerbstoffen wirkt auch gegen Entzündungen im Magen-Darmbereich.

Meistens wird die wilde Malve als Tee zubereitet und ist oft auch Bestandteil von Mischungen.

Nachtkerze
Nachtkerze (Oenothera biennis)

Die aus Nordamerika stammende Nachtkerze kam im 17. Jh. nach Europa und wächst wie die anderen Nachtkerzengewächse oft auf Schutthalden und Bahndämmen. Die zweijährige Pflanze ist äußerst anspruchslos. Sie bildet im 1. Jahr Blattrosetten und erst im 2. Jahr Schaft und Blüten aus. Die Nachtkerze vermehrt sich selbst, man kann sie aber auch durch Samen kultivieren. Sammelgut sind die Samen, die zur Herstellung von Nachtkerzenöl und anderen Präparaten verwendet werden. Man sammelt sie im Oktober, wenn sie richtig ausgereift sind.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Nachtkerzenöl hilft bei trockener, rissiger und spröder Haut. Dazu werden Samenöl oder Kapseln verwendet. Das aus den Samen gewonnene Öl ist Träger der Gamma-Linolensäure, die zur Bildung des Gewebehormons Prostaglandin sehr wichtig ist. Prostaglandine erweitern die Blutgefäße und helfen so auch, Thrombosen zu verhindern. Sie hemmen Entzündungen und bremsen die Cholesterinsynthese. Eine Kur mit Nachtkerzenkapseln führt in aller Regel zum raschen Abklingen von Juckreiz und Entzündungen bei Neurodermitis.

MajoranMajoran (Origanum majorana)

Majoran ist ein kleinwüchsiger Halbstrauch. Seine Heimat liegt in den Ländern am Mittelmeer. Wie der Oregano entfaltet er seine volle Würzkraft erst nach dem Trocknen. Der Majoran gehört zu den Lippenblütlern und gedeiht am Besten auf trockenem, nährstoffreichen und lockeren Boden an einem sonnigen Platz. Die Vermehrung kann durch Setzlinge bzw Stecklinge oder durch Aussaat erfolgen. Dazu stellt man die Schalen oder Töpfe mit dem Saatgut auf die Fensterbank oder in das Treibhaus. Ins Freiland dürfen die zarten Pflanzen erst nach den Eisheiligen. Die Erde sollte immer ein wenig abtrocknen vor dem nächsten gießen.

Sammelgut und Sammelzeit: Blühendes Kraut und junge Triebe von Juni bis September.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Das Majoran-Kraut kann als Tee, zur Inhalation oder in Form von Stärkungsbädern angewndet werden. Es entfaltet seine Wirkung aufgrund der darin enthaltenen ätherischen Öle, Gerb- und Bitterstoffe. Majoran wirkt

  • antiseptisch,

  • krampflösend,

  • blähungsbekämpfend,

  • beruhigend,

  • appetitanregend und

  • verdauungsfördernd.

Man verwendet ihn in der klassischen Naturheilkunde bei Verdauungsbeschwerden, Magenkrämpfen und Durchfall. Thymian, Majoran und Oregano haben ähnliche Wirkung auf Magen und Darm. Majoran wird außerdem bei Verkrampfungen der Atemwege eingesetzt.

MelisseMelisse (Melissa officinalis)

Auch die Melisse gehört zu den Lippenblütlern und wurde schon in der Antike zu Heilzwecken verwendet. Die älteren Generationen kennen noch den gesunden „Melissengeist“. Er wurde bereits im 16. Jahrhundert von den Karmelitern in Paris hergestellt. Melisse ist mehrjährig und sehr genügsam. Sie wächst an einem sonnigen Platz auf humosem, durchlässigen Boden. Die Vermehrung erfolgt durch Samen, Jungpflanzen oder Wurzelausläufer.

Sammelgut und Sammelzeit: Die Blätter können von Juni bis September laufend frisch gepflückt werden.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Melisse enthält ein wenig ätherisches Öl (0,01 bis 0,3 Prozent), Bitterstoffe, Gerbstoffe und Schleim. Sie wirkt

  • antiseptisch,

  • beruhigend,

  • schlaffördernd,

  • krampflösend und

  • nervenstärkend.

Sie beruhigt Herz und Kreislauf, ist bei nervös bedingten Einschlafstörungen hilfreich, wirkt gegen Erschöpfung, Überforderung und leichte Erregbarkeit des Gemüts.

Man kann Melisse als Tee mit Honig trinken. Legt man frische, zerquetschte Blätter auf die betroffene Stelle, klingen Lippenbläschen (Herpes) schneller ab.

Johanniskraut (Hypericum perforatum, Tüpfelhartheu)Johanniskraut

Johanniskraut galt schon im Altertum als wertvolle Heilpflanze. Es spielte einst im Volksglauben und im Brauchtum eine wichtige Rolle. Es gehört wohl zu den wertvollsten Kräutern mit stimmungsaufhellender und wundheilender Kraft. Johanniskraut ist mehrjährig und bevorzugt trockene Böden. Die Vermehrung erfolgt durch Pflanzen aus der Natur oder Samen. Gesammelt werden die blühenden Sprossspitzen und die Blüten für Johanniskrautöl im Juli bis August. Man sollte sie mittags pflücken, da am Nachmittag der Gehalt an ätherischen Ölen abnimmt.

Johanniskraut: Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Als Hauptwirkstoffe gelten Hypericin und Hyperforin, enthalten sind ätherische Öle, Flavonglykosid, Gerbstoffe und Harze. Johanniskraut gilt als pflanzliches Antidepressivum und wirkt stimmungsaufhellend. Es hilft gegen Angst, nervöse Unruhe und Schlafstörungen. Äußerlich angewendet wirkt Johanniskrautöl und –tinktur entzündungswidrig, wundheilend und schmerzlindernd.

Üblich sind als Anwendungsformen Tee, Johanniskrautöl, Johanniskraut-Tinktur und Pillen.

Warnhinweis: Nach der Anwendung Sonne meiden, da die Haut lichtempfindlicher wird.

LavendelEchter Lavendel (Lavendula angustifolia)

Die Heimat des Lavendel ist das Mittelmeergebiet. Der Lavendel ist ein Lippenblütler und wurde von den Benediktinern „importiert“. Er wird im 12. Jh. von Hildegard von Bingen als Heilpflanze erwähnt. Lavendel ist mehrjährig und liebt einen trockenen, sonnigen Platz. Staunässe sollte man meiden und den Boden locker halten. Die Vermehrung erfolgt durch Jungpflanzen oder Anzucht mit Samen. Gesammelt werden die Blüten kurz vor dem Aufblühen von Juli bis August.

Getrocknete Blüten enthalten bis zu 3 % ätherische Öle und etwa 12 % Gerbstoff. Lavendel wirkt Nervenberuhigend, leicht hemmend auf das Zentralnervensystem, entspannend, antiseptisch, krampflösend und insektenabweisend. Er gilt als klassisches Beruhigungsmittel für Herz und Nerven, wird bei nervösen Störungen, Erregungszuständen, Schlafstörungen oder Herzklopfen empfohlen.

Einreibungen  mit Lavendelöl helfen gegen Kopfschmerz und Migräne.

Lavendelöl vertreibt Mücken und Motten und neutralisiert Insektengifte bei Stichen; dazu muss es aber sehr kurzfristig auf die betroffenen Stellen aufgebracht werden.

Lavendel - Anwendungsformen

  • Tee: 1 TL getrocknete Blüten auf 1 Tasse Wasser.
  • Bäder: 3 - 4 EL Blüten oder 8 EL Kraut oder 10 Tropfen Lavendelöl.
  • Lavendel als Strauss oder in Kräuterschalen ans Bett stellen,
  • getrocknete Blüten in kleine Stoff-Kissen einnähen und unter das Kopfkissen legen.

ZwiebelKnobLauch kKnoblauch (Allium sativum)

Der Knoblauch gehört zu den Liliengewächsen und seit der frühesten Antike als Würzpflanze bekannt. Die Ägypter verwendeten ihn schon vor 7000 Jahren als Zutat für die meisten ihrer Speisen. Seine Anwendungsmöglichkeiten als Nahrungs- und Heilmittel sind enorm vielseitig. Er gedeiht am besten in sandigem Lehm und freut sich über einen warmen Standort und eine Schicht Kompost, die ihm zusätzliche Nährstoffe liefert. Zur Vermehrung werden Ende März bis Anfang April Zehen im Abstand von ca. 20cm in den Boden gesteckt. Gesammelt werden die Knoblauchzwiebeln im September und Oktober, gelegentlich auch das grüne Kraut, das schon etwas früher geerntet werden kann.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Der Hauptwirkstoff des Knoblauchs ist Allicin. Er wird aus der Ausgangssubstanz Alliin hergestellt: Werden die Zellen zerstört, kommt das Alliin mit dem Enzym Alliinase in Kontakt, das die Umwandlung von Alliin in Allicin bewirkt. Dabei entsteht auch Ajoen, das ein Zusammenkleben der Blutplättchen hemmt und so die Entstehung von Blutgerinnseln erschwert.

Knoblauch wirkt blutdrucksenkend, stark antibakteriell und entzündungshemmend. Er steigert die Aktivität der Fresszellen, weshalb ihm auch eine krebshemmende Wirkung nachgesagt wird.

In der Küche kann man ihn sehr vielseitig verwenden, zum Beispiel für Fleischgerichte, Gemüse, Suppen, Salate, Quark oder Brotaufstriche.

MeerrettichMeerrettich (Armoracia rusticana)

Der Meerrettich ist ein Kreuzblütler und stammt ursprünglich aus Südrussland. Er kam im 12. Jh. zu uns und ist auch unter dem Namen „Kren“ bekannt. Meerrettich bevorzugt nährstoffreiche Böden, wächst aber auch in Gräben und auf Schutthalden. Die Vermehrung erfolgt durch kurze Wurzelstücke, die man in den Boden steckt. Sammelgut sind die Wurzeln, die von Juli bis Oktober geerntet werden können.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Hauptwirkstoffe des Meerrettichs sind Senföle mit antimikrobieller Wirkung, Mineralstoffe und reichlich Vitamin C. Kren wirkt
verdauungsfördernd, stark keimtötend, kreislaufanregend, blutdrucksenkend und harntreibend. Er regt die Tätigkeit der Leber an und verstärkt ihre entgiftende Funktion. Meerrettich wirkt zudem genau wie der schwarze Rettich blutreinigend.

Man kann ihn Innerlich mit der Nahrung oder äußerlich für Breiumschläge anwenden:

  • Breiumschlag bei Rheuma, Gicht, Muskel- und Gelenkschmerzen.
  • Meerettichauflage zur Förderung von Durchblutung und Entgiftung.

Warnhinweis: Chronisch Nierenkranke sollten Kren meiden!

KresseGartenkresse und Kapuzinerkresse - der natürliche Virenkiller

Gartenkresse (Lipidium sativum) 

Die Gartenkresse ist ein Kreuzblütler und war bereits im Altertum als Gewürzpflanze bekannt. Sie ist vergleichbar mit der Brunnenkresse, die ähnlich verwendet wird. Gartenkresse sät man direkt in den feuchten Gartenboden oder in Schalen. Ab Ende März dürfen die zarten Pflänzchen ins Freiland. Dort sollte man sie reichlich wässern und von Unkraut frei halten. Im Winter kann man Gartenkresse in Schalen auf der Fensterbank ziehen. Geerntet wird das frische Kraut.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung
Gartenkresse enthält Vitamin A, B und vor allem viel Vitamin C sowie ätherisches Senföl (Benzyl-Isothiozyanat), das wirksamste Antibiotikum unter allen bekannten Senfölen. Es ist auch in den Wurzeln des Meerrettich und in der Kapuzinerkresse enthalten und hemmt die Vermehrung von Viren.

Gartenkresse wirkt entzündungshemmend, keimtötend, antiviral, blutreinigend und appetitanregend. Es wird bei Nervenschwäche, und Erschöpfungszuständen verwendet. Hierzu verabreicht man 10 – 30 g Blätter täglich.

In der Küche ist Gartenkresse ein beliebtes Würzkraut für gemischte Salate, Quark, klare Suppen etc.

KapuzinerkresseKapuzinerkresse (Tropaeolum majus)

Die ursprüngliche Heimat der Kapuzinerkresse ist Peru. Sie wurde im 17. Jhd. von Seefahrern nach Europa gebracht, wo sie hauptsächlich als Zierpflanze dient. Die einjährige Kapuzinerkresse liebt einen humosen Boden in vollsonniger und windgeschützter Lage. Sie ist frostempfindlich und eignet sich gut für Blumenkästen. Man kann sie schon auf dem Fensterbrett vorziehen oder ab Mai direkt ins Freiland säen. Gesammelt werden Blüten und Blätter von Juli bis Oktober.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung
Blüten und Blätter der Kapuzinerkresse enthalten Senföle. Sie sind für den scharfen Geschmack verantwortlich. Die Blätter der Kapuzinerkresse werden in ihrer südamerikanischen Heimat seit Jahrhunderten als desinfizierende Wundauflage verwendet. Der frische Saft wirkt beruhigend und schleimlösend. Durch das Zerquetschen frischer Pflanzenteile setzt eine enzymatische Aktivität ein. Dabei entsteht Benzyl-Isothiocyanat. Es ist unter allen Senfölen das wirksamste Antibiotikum gegen Pilze und Bakterien und hemmt die Vermehrung von Viren.

Anwendungsformen
10 – 30 g frische Blätter und Blüten täglich, zum Beispiel im Salat, als Saft oder im Smoothie. Die Blätter können auch direkt als Wundauflage verwendet werden.