SpitzwegerichEnzyme in der Naturheilkunde

Wundheilung

Schon die alten Kulturvölker erkannten, dass bestimmte pflanzliche Substanzen Wunden schneller zum Abheilen brachten. Die Ägypter behandelten vor über 2000 Jahren Wunden erfolgreich mit Zwiebeln und Krebsgeschwüre mit Knoblauch. Andere Naturvölker legten zerkaute Feigen auf Wunden. Heute kann man wissenschaftlich nachweisen, dass ein eiweißspaltendes Enzym der Feigen (Ficin) Verletzungen schneller abheilen lässt.

Auch die blutstillende und narbenbildende Wirkung enzymatischer Substanzen aus den Blättern des Spitzwegerich, die leicht zerdrückt auf Wunden gelegt werden, war schon im Mittelalter bekannt. Legt man eine frische, rohe Kartoffelscheibe auf eine Brandwunde, bewirkt ein austretendes Enzym ein rascheres Abheilen.

Entgiftung

Untersuchungen haben bewiesen, daß schwefelhaltige Aminosäuren, wie Cystein und Methionin, Schwermetalle (Cadmium, Blei, Quecksilber) im Körper binden und aus dem Verkehr ziehen.

Knoblauch enthält etwa 15 Abkömmlinge des Cysteins. Bierhefe enthält das schwefelhaltige Tripeptid Glutathion, Vitamin B1 und das für den Eiweißstoffwechsel wichtige Vitamin B6 (Pyridoxin). Durch die reaktionsfreudige Schwefelwasserstoffe der Hefe können sogar starke Zellgifte, wie Wasserstoffperoxid (H2O2) neutralisiert werden. Daraus kann man folgern, dass wir unseren Körper vorbeugend mit ausreichend Entgiftungsenzymen und den erforderlichen Aktivatoren (Mineralien, Spurenelemente, Vitamine) versorgen sollten, um bösartigen Entgleisungen entgegenzuwirken.

Enzyme - so funktioniert Stoffwechsel

Enzyme sind Eiweißstoffe. Sie werden von lebenden Zellen gebildet und steuern viele Prozesse im Organismus von Mensch und Tier, Mikroorganismen und Pflanzen. Zu den wichtigsten Funktionen der Enzyme gehört die Versorgung der Zellen und der Abbau und Abtransport giftiger Stoffe. Ohne Enzyme wären Stoffwechselvorgänge nicht möglich. Sie greifen als Biokatalysatoren aktivierend ein und arbeiten äußerst effizient: Sie verringern sogar den Energiebedarf, der notwendig ist, um chemische Prozesse in Gang zu bringen. Enzyme stoßen schon in winzigen Mengen Prozesse im Körper an. Sie selbst verändern sich dabei nicht.

Enzyme: Aufbau und Eigenschaften

Enzyme setzen sich aus langen Ketten von Eiweißbausteinen (Aminosäuren) zusammen. Je nachdem, wie sie aufgebaut sind, haben sie jeweils eine spezifische Wirkung. Jedes Enzym bewirkt ausschließlich die Umwandlung eines ganz bestimmten Stoffes innerhalb des Stoffwechselgeschehens. So erfolgt beispielsweise der stufenweise Abbau von Traubenzucker (Glucose) zur Gewinnung von Energie arbeitsteilig durch zahlreiche unterschiedliche Enzyme.

Enzyme, Vitamine, Spurenelemente

Die meisten Enzyme bestehen aus einem Eiweißanteil (Apoenzym) und einem Nichteiweißanteil (Coenzym). Vitamine sind lebenswichtige Bestandteile der Enzyme. Sie müssen dem Körper mit der Nahrung zugeführt werden. Mineralien wie Natrium, Kalium, Calcium und Magnesium, einige Spurenelementen (Eisen, Zink, Kupfer, Mangan, Kobalt, Selen) und Sulfat aktivieren die Enzyme.