Jesus heilt den KrankenJesus – eine ungewöhnliche Biografie

Jesus' Biografie ist ungewöhnlich - die Ankündigung seiner Ankunft, seine Geburt unter dem Kometen und der Besuch der drei orientalischen Magier. Sie brachten ihm Weihrauch, Myrrhe und Gold - die drei alchimistischen Symbole der Weisheit. Manchen Juden und Heiden galt Jesus von Nazareth als Magier. Doch er weigerte sich, Zeichen und Wunder zu wirken, wenn man Beweise verlangte. Er heilte Gläubige genauso wie Ungläubige. Es gibt keinen Placebo-Effekt, keine Riten, Formeln, Beschwörungen. Jesus behauptete ja nicht einmal, dass er diese „Wunder“ selbst bewirke.

Wenn man die überlieferten Lebensgeschichten anderer Zeitgenossen betrachtet wie Herakles, Zoroaster, Buddha und Mohammed, dann ist seine Biografie auch gar nicht so ungewöhnlich. Und dass man ihn zum Sohn Gottes machten, der noch dazu von einer Jungfrau unbefleckt empfangen wurde, entsprach damals durchaus dem Zeitgeist. Man denke an die Tradition der ägyptischen Pharaonen und der römischen Gottkaiser. Jesus trieb Dämonen aus, heilte Kranke, erweckte Tote zum Leben und sagte Ereignisse voraus. Spektakuläre Wunder vollbrachte er nicht, gemessen an dem, was damals üblich war, wenn man den Aberglauben und die heidnischen Gebräuche bedenkt. Den ungebildeten Menschen seiner Zeit musste damals vieles wie Zauberei erscheinen. Während der Inquisition wäre er wohl als Hexenmeister verbrannt worden. So wurde er eben als Aufrührer gekreuzigt.

Die Anklage beschuldigte ihn, die „Namen der Engel der Macht“ aus den Tempeln Ägyptens entwendet zu haben. Waren das die „Dämonen höherer Ordnung“, die in magischen Beschwörungsformeln angerufen wurden? Ist Jesus während seines Aufenthaltes in Ägypten bei Priestern und Magiern in die Lehre gegangen? Das jedenfalls machten ihm seine Gegner und Neider zum Vorwurf. Ihnen verdanken wir es, dass dieses Kapitel, beispielsweise im Matthäus-Evangelium, gut dokumentiert ist.

Absolvierte Jesus ein Studium Generale?

Jesus hat vermutlich alle damals gängigen Disziplinen studiert, auch die Alchemie. Er verstand sich auf die Kunst, Wasser in Wein zu verwandeln (Transmutation/Transsubstation). Dasist ein magisch-alchemistisches Ritual, das die katholische Kirche bis heute beibehalten hat: Die Verwandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi.

Hermes TrismegistosAlchemie - Wissen aus dem Orient

Die Geschichtswissenschaft war bis auf verschwindend wenige schriftliche und meist unlesbare Zeugnisse aus dem Alten Orient lange überwiegend auf Berichte und Überlieferungen der Griechen angewiesen. Die hatten - wie später auch die Römer und Christen - ihre eigene Auffassung über die Geschichte der „Barbaren“. Als aber einige der bedeutendsten Schriften endlich entziffert waren, standen wir bereits mitten in der Entwicklung der Nationalstaaten. Die christlichen und eurozentristischen Traditionen räumten in ihrer chauvinistischen Kolonialisten-Mentalität anderen Kulturen, Philosophien und Religionen keine ebenbürtige Existenzberechtigung ein.

Pythagoras studierte in Indien und Ägypten

Wenn man sich jedoch mit den fragmentarisch überlieferten Biografien griechischer Philosophen auseinander setzt, wird man fest stellen, dass sie wie beispielsweise Pythagoras (6. Jh. vor Chr.) in Indien und Ägypten, aber auch in Persien bei den Priesterkasten ihr Wissen erworben haben. Pythagoras glaubte an Seelenwanderung. Er glaubte sich daran zu erinnern, ein Sohn des Hermes Trismegistos gewesen zu sein. Das bedeutet, dass Hermes schon eine Weile vor ihm gelebt haben muss. Von Pythagoras selbst ist nichts Schriftliches überliefert, aber Aristoteles berichtet uns von seiner Lehre: Sein Hauptlehrsatz besteht darin, den Gegensatz, die Dualität als Weltprinzip anzunehmen – als Prinzip, das alle Dinge regiert. Daneben gibt es viele andere Parallelen. So suchten seine Anhänger nach einem unkörperlichen Prinzip, das alle Dinge erklären könne. Sie fanden es in den Zahlen, aber vermutlich liegt der Ursprung dieser Zahlensymbolik in Ägypten. Die Pythagoreer sehen die Form aller Dinge in der Eins. Die zwei steht für die Materie, das Erzeugende, Weibliche. Die drei ist deren Vereinigung - das All ist durch die Zahl drei vollendet bestimmt. Die drei taucht auch heute noch vielfach als magische Symbolik auf, zum Beispiel in der christlichen Dreifaltigkeitslehre.

alchemieAlchemie - Geschichte der "Hexenkunst"

Alexandria wurde 330 v. Chr. von Alexander dem Großen gegründet und entwickelt sich bald zum bedeutendsten wissenschaftlichen Zentrum der damaligen Welt. In Alexandria trafen die verschiedenen kulturellen Strömungen aufeinander: Ägyptische, griechische, persische, syrische, später römische, christliche und gnostische. So konnten wissenschaftliche Systeme entstehen, die den Wesenskern der verschiedenen Lehren in sich vereinten. Auch die Alchemie entstand vermutlich als solch ein Amalgam aus verschiedenen Religionen und Weltanschauungen. [Gebelein, Helmut: Alchemie, München 1991, S. 143]

Tabula Smaragdina

Der Legende nach fand Alexander der Große nach der Eroberung des ägyptischen Reiches dort, wo das heutige Alexandria steht, das Grab des Hermes Trismegistos, der die berühmte Tabula Smaragdina in seinen Händen hielt. Die Tabula Smaragdina war wie der Name schon sagt, eine smaragdene Schrifttafel mit uralten Weisheiten, denn sie ist zeitlich weit vor der Blütezeit der griechischen Philosophie anzusiedeln.

Die Bibliothek von Alexandria

Die Bibliothek von Alexandria besaß in ihrer Blütezeit die unvorstellbare Zahl von ca. 900.000 Buchrollen. [Jung, C. G.: Studien über alchemistische Vorstellungen, Freiburg 1978, S. 73] Der Bestand der Bibliothek wurde durch die Wirren der Zeit und wechselnde Herrschaften in alle Winde verstreut, die Restbestände durch die Christen gründlich vernichtet. In dieser Bibliothek konzentrierte sich das gesamte Wissen jener Zeit, darunter das über die Alchemie - der heiligsten und obersten aller Wissenschaften. Das kann zu einer sehr nützlichen Erschütterung unseres europäischen Weltbildes führen, weil uns ja stets vermittelt wird, dass unsere philosophische Tradition auf das hellenistische Denkens zurückgehe. Folgt man dieser Theorie konsequent, wird man feststellen, dass auch die alten Griechen größtenteils nur gute Schüler der alexandrinischen Schule waren. Man kann aber nachvollziehen, warum die Alchemie im christlichen Kulturkreis so wenig Anerkennung gefunden hat: Obwohl sich fast alle Gelehrten mit ihr beschäftigten, wurde sie im Abendland nie zu einer Universitätsdisziplin, sondern trug immer den Ruch der „artes incertae“, der ungewissen oder verbotenen Künste wie die Magie, die Zauberei aber auch die Gaunerei.