Räucherwerk China TempelopferGeschichte der Aromen und Pflanzendüfte

Der Duft der Pflanzen und die bunten Farben der Blüten erfüllen in der Natur einen einfachen Zweck: Sie locken Bienen und andere Bestäuber an und dienen so der Arterhaltung. Für uns Menschen sind Düfte und Farben dagegen eng mit dem Gefühlsleben verbunden. Aromen regen unserer Sinneswahrnehmungen an und können sogar Erinnerungen wachrufen.

An warmen, sonnigen Frühlingstagen aktivieren intensive Düfte wie Flieder oder Veilchen manchmal Bilder und Geschichten aus unserer Kindheit. Ist der Duft mit einer angenehmen Erinnerung verbunden, dann stellt sich ein wohliges Gefühl ein. Diese Eigenschaft von Aromen wird beispielsweise in der Arbeit mit Demenzkranken genutzt. Diese Wirkung kann heilend sein. Das erkannten auch einige alte Kulturvölker schon, beispielsweise die Ägypter: Pharao Ramses II (1303 - 1213) soll gesagt haben:

"Ein Tag ohne Wohlgeruch ist ein verlorener Tag"

Aromen, Düfte und Räucherwerk in den alten Kulturen

König Salomo ließ schon vor ca. 3000 Jahren Räucherwerk aus ausgewählten Heilkräutern für Kult- und Heilzwecke herstellen. Sogar die Bibel weist im Hohen Lied des Salomo auf das Räucherwerk hin: Es ist die Rede von Narden und Myrrhe. Im alten Ägypten und in Indien war es üblich, Gefäße mit wohlriechenden pflanzlichen Substanzen wie Weihrauch, Aloe, Cassia, Kalmus, und Zimt aufzustellen. Das Einatmen der Düfte sollte die Gesundheit fördern, das Gefühlsleben und den Geist positiv beeinflussen. Auch im alten China war die Räucherpfanne fester Bestandteil jeden Haushalts. In Griechenland wurde um etwa 400 v. Chr. zu Ehren von Asklepios, dem Gott der Heilkunde, der berühmte Asklepios-Tempel errichtet. Man brachte die Kranken dorthin, damit sie durch das Einatmen heilender Düfte und ausreichend Schlaf Erholung für Leib und Seele fanden.