Aromatherapie

Badehaus

Badezusätze mit Kräutern und ätherischen Ölen selber machen

Schon in der Antike wurden wohlriechende Bäder hoch geschätzt. Sie dienten der Erhaltung der Gesundheit, der Jugend und Schönheit, der Pflege der Haut und als Quell neuer Kraft. Die Ägypterinnen ritualisierten den Badekult regelrecht. Den Bädern wurden Duftstoffe zugesetzt und anschließend salbte man Körper und Gesicht mit aromatischen Ölen und Salben.

Die angenehmen Düfte vieler Kräuter und ätherischer Öle eignen sich gut zur Herstellung von Badezusätzen. Ätherische Öle wirken als Badezusatz nicht nur äußerlich. Sie dringen durch die Haut auch ins Innere des Körpers ein. Mit dem Blutkreislauf gelangen die Wirkstoffe unter die Haut und führen zu einer Linderung der Beschwerden, beispielsweise bei Verspannungen. Bäder mit Thymian oder Fichtennadeln wirken antiseptisch auf die Lunge. Si helfen beim lösen von festsitzendem Schleim und fördern den Auswurf.

Ein Bad mit ätherischen Ölen sollte höchstens 39° Grad warm sein und nicht länger als 20 Minuten dauern. Danach legt man eine 30-minütige Ruhephase ein. Das verbessert die Wirkung.

Herstellung von Badeölen und Badezusätzen - grundsätzliche Empfehlungen

Zur Herstellung von Badeölen benötigt man Basisöle. Sie dienen als Trägersubstanz und Emulgator für die ätherischen Öle. Gut geeignet sind

  • Sonnenblumenöl,

  • Olivenöl,

  • Mandelöl,

  • Avocadoöl und

  • Distelöl.

Natürlich kann man auch Sahne, Milch oder Honig verwenden.

Ätherische Öle haben einen sauren pH-Wert. Daher rührt was auch ihre antiseptische Wirkung. Man sollte daher sparsam mit Seife umgehen, weil die Ölen bereits reinigend und schützend auf die Haut wirken.

Bei psychosomatischen Erkrankungen haben Bäder mit Melissenöl, Baldrianöl, und Lavendelöl günstige Einflüsse.

Erfrischendes und belebend wirken Bergamottöl, Pfefferminzöl und Basilikumöl. Für ein erotisch anregendes Bad nimmt man etwas Orangenblütenöl, Kardamom, Ylang Ylang oder Sandelholz.

Um den Duft von Badeölen zu verbessern eignet sich vor allem Bergamottöl, aber auch Orangenöl bzw. Orangenblütenol und Geraniumöl.

WeihrauchAnwendungsgebiete der Aroma-Therapie

Die Aromatherapie wird meist mittels einer Aroma- bzw. Duftlampe durchgeführt. Dabei verdampfen die ätherischen Öle in einer Schale zusammen mit Wasser über einem Teelicht. Durch das Verdampfen der ätherischen Öle mit Wasser wird auch ein allzu starker Kontakt mit den Atemwegen vermieden, der reizend wirken könnte.

Mischungen bestimmter Essenzen erhöhen deren Wirksamkeit. Außerdem wird die Raumatmosphäre günstig beeinflusst. Nur wenige Tropfen in der Aroma-Lampe verdampft fördern Ruhe und Gelassenheit. Das macht sich beispielsweise bei psychosomatischen Erkrankungen positiv bemerkbar. Ätherischen Öle können Symptome lindern wie

  • Kopfschmerzen,

  • Erkrankungen der Atemwege,

  • nervöse Herzbeschwerden oder

  • Erschöpfung.

Das Verdampfen ätherischer Öle hilft auch bei der Desinfektion von Wohnräumen, Büros und Krankenzimmern. Mit Hilfe bestimmter Essenzen wie Lavendelöl, Geraniumöl, Gewürznelkenöl und Zitronenöl lassen sich Mücken, Motten und Fliegen vertreiben.

Verwendung der Duftlampe

Man befüllt die Schale zu etwa einem Drittel mit Wasser und gibt dann 5 bis 15 Tropfen ätherischen Öls dazu. Die Menge hängt von der Intensität der verwendeten Öle und von der Raumgröße ab. Dann entzündet man das unter der Schale befindliche Teelicht. hineinschieben, Nach ca. 3 bis 4 Minuten beginnt der Verdampfungsvorgang und die Wohlgerüche verbreiten sich rasch im Raum.

Aromatherapie: Bakterienbekämpfung mit Duftstoffen

Wohlriechende Kräuter und ätherische Öle wurden bereits in der Antike Zelt als Schutz gegen schädliche „Miasmen“ verwendet. Als Miasmen bezeichnete man übelriechende Stoffe, die durch faulige Prozesse in Luft und Wasser entstehen und Krankheiten verursachen konnten. Damit kamen die alten Heiler den Grundlagen unserer heutigen Hygienevorstellungen schon ziemlich nahe. Man verbrannte zu diesem Zweck beispielsweise Salbeiblätter auf Holzkohle in Räumen, in denen Schwerkranke lagen. Eine stark bakterizide Wirkung durch Verdampfung wird unter anderem mit Zitronenessenz erzielt. Einige Tropfen Pfefferminzöl in der Duft-Lampe mit Wasser verdampft, verbessern die Raumluft und zerstören die Mikroben.

Wirksame Mischung zur Desinfizierung und bakteriologischen Reinhaltung der Luft:

  • Thymian,

  • Pfefferminz,

  • Lavendel

  • Rosmarin,

  • Gewürznelken

  • und Zimtessenz.

Desinfizierung von Wohnräumen:

  • Eukalyptus,

  • Zitronen,

  • Pfefferminz,

  • Lavendel,

  • und Salbei.

Ätherische Öle mit keimtötender Wirkung:

  • Thymian,

  • Gewürznelke,

  • Pfefferminze,

  • Lavendel,

  • Zitrone,

  • Latschenkiefer,

  • Rosmarin,

  • Oregano,

  • Ylang Ylang.

Vertreiben von Mücken und Motten:

  • Lavendel,

  • Gewürznelken,

  • Zitronen und

  • Pfefferminze.

aetherisches Oel BergamotteHeilende Eigenschaften ätherischer Öle

Ätherische Öle sind nur in Alkohol, Äther und reinen Ölen löslich. Sie lösen sich nicht in Wasser, sie können ihm aber ihren Geruch verleihen. In alten Zeiten wurden duftende Öle vorwiegend aus Holzsorten wie Myrte, Zeder und Zypresse gewonnen. Heute stellt man aus zahlreichen Pflanzen kostbare Essenzen her. Sie finden weltweit bei der Herstellung von Parfüms, Arzneimitteln, Likör und Geschmacksverbesserern Verwendung.

Ein ganzer Industriezweig verdient sich im wörtlichen Sinne eine goldene Nase mit der Herstellung von Riech- und Geschmacksstoffen. Das liegt zum Beispiel auch daran, dass es durch die Bearbeitung von Lebensmitteln zu Verlusten natürlicher Aromen kommt. Dann wird durch Zugabe von Aromastoffen der ursprüngliche Duft und Geschmack wieder hergestellt. Das ist auch bei vielen Grundnahrungsmitteln der Fall wie beispielsweise Süßwaren, Pudding, Eiscreme, Joghurt und Käse. Und es funktioniert natürlich auch bei Tieren: Die Fresslust der Tiere wird durch den Zusatz von Geruchs- und Geschmacksstoffen bei Futtermitteln gesteigert.

Aroma-Therapie

Die Aromatherapie beschäftigt sich mit der Verwendung ätherischer Öle bei der Behandlung von Krankheiten. Die ätherischen Öle gelten als Seele der Pflanze. Sie üben nachweislich großen Einfluss auf den menschlichen Organismus aus. Natürliche Essenzen sind erstaunlich wirksam und können unser Wohlbefinden spürbar beeinflussen. Das ist bei künstlich hergestellten Essenzen nicht immer der Fall, selbst wenn ihre Dufteigenschaften heute auf chemischem Wege täuschend echt imitiert werden können.

Die Wirkung ätherischer Öle

Die meisten ätherischen Öle entfalten beim Verdampfen eine antiseptische Wirkung. Mit Hilfe der Dämpfe kann man selbst bei hoch verdünnten Lösungen noch stark antibakterizide Wirkungen erzielen. Essenzen können

  • antiseptisch,

  • entzündungshemmend,

  • kräftigend,

  • krampflösend,

  • durchblutungsfördernd,

  • schmerzstillend wirken und

  • sogar Gifte neutralisieren.

Die Wirkung ätherischer Öle richtet sich vor allem auf das zentrale Nervensystem. Bestimmte Duftstoffe, die über den Riechnerv aufgenommen werden, wirken harmonisierend auf das vegetative Nervensystem.

Ätherische Öle - Gewinnung und Wirkstoffe

DestillationÄtherische Öle sind der Hauptbestandteil von Pflanzen mit stark aromatischem Geruch. Diese Öle sind nicht beständig. Sie verflüchtigen sich, wenn sie durch die äußere Hautschicht der Blätter und Blüten nach außen gelangen. Diese flüchtigen, wohlriechenden Essenzen gewinnt man durch

  • Destillation,

  • Auspressen,

  • Einschneiden der Pflanzen oder

  • Hitzeausscheidung.

Bestandteile ätherischer Öle

Hauptbestandteil von ätherischen Ölen sind Terpene, also flüchtige organische Substanzen, die seit dem Altertum aus zahlreichen Pflanzen, wie Eukalyptus, Pfefferminze, Thymian etc. gewonnen werden. Dazu gehören beispielsweise auch die je nach Pflanze enthaltenen Alkohole, Äther, Säuren, Aldehyde und Ketone.

Aldehyd ist schlicht Alkohol, dem Wasserstoff entzogen wurde. Aldehyde entstehen durch Oxidation primärer Alkohole. Ketone sind Oxidationsprodukte sekundärer Alkohole. Essenzen, die Ketone enthalten, sollten nicht überdosiert werden. Eine Überdosierung von Essenzen aus Ysop, Salbei, Rosmarin und Fenchel kann zu allergischen Reaktionen führen.

Wirkung der Essenzen

Je nach Art werden unterschiedliche Einzelwirkstoffe aus Heilpflanzen isoliert. Die Wirkung ist jedoch häufig gar nicht so sehr auf den Hauptbestandteil der Pflanze zurückzuführen. Sie liegt vielmehr mit großer Wahrscheinlichkeit in der Gesamtheit der Essenz. Viele Faktoren beeinflussen Einfluss die chemische Zusammensetzung einer Pflanze:

  • Bodenbeschaffenheit,

  • Nährstoffvorrat des Standortes,

  • Säuregrad des Bodens,

  • Höhenlage,

  • Einstrahlungswinkel der Sonne.

Der höhere Anteil von UV-Strahlen im Gebirge macht sich tatsächlich bemerkbar: die Blüten weisen eine intensivere Blaufärbung auf. Es ist auch von Bedeutung, ob eine Pflanze auf feuchten Wiesen, im Flachland, auf Äckern oder im Trockengebiet mit steinigem Untergrund wächst. In Stielen, Blättern, Blüten, Beeren, Wurzeln und Früchten sammelt die Pflanze zahlreiche Substanzen mit erstaunlichen Eigenschaften und Kräften. Kräuter und deren Extrakte besitzen, vom medizinischen Standpunkt aus gesehen oft größere Bedeutung als ihnen heute noch beigemessen wird. Unsere Eltern und Großeltern wussten diese Kräfte der Natur noch zu nutzen, zum Beispiel in Form von Tees oder Bädern, Waschungen, Spülungen und Kräutersäckchen.

Arabische RäucherschaleGeschichte der Aromatherapie

Die Aromatherapie gehört zum Erfahrungsschatz vieler Ur-Völker. Assyrer, Ägypter,

Griechen und Römer entdeckten ganz unabhängig voneinander die heilsame und magische Wirkung der Düfte für sich. Auch die indianischen Stämme Amerikas wie Inkas, Azteken und Mayas behandelten viele Krankheiten erfolgreich mit Riechstoffen und Kräuterbädern. In tibetischen Tempeln hingen große mit Kräutern gefüllte Stoffbälle von den Decken. Sie erfüllten die Raumluft mit aromatischen Düften. Die Kranken saßen darunter, waren ins Gebet vertieft und atmeten dabei die heilenden Düfte ein.

Der süße Duft der Liebe

Man stellte Weihrauchkerzen und Opferschalen auf, in denen sich Wasser befand, das je nach Verwendungszweck mit ätherischen ölen angereichert wurde. In vielen Tempeln wurde Sandelholz zu einem süßlich riechenden Rauch verbrannt. Die Aromastoffe des Sandelholzes sorgten neben anderen Duftstoffen bei der Liebeskunst der Hindus für eine entspannte und romantische Atmosphäre. Der Parfümeur des Maharadschas von Jaipur beherrschte die Kunst, die Liebesglut seines Herrschers mit 20 verschiedenen Duftkompositionen zu stimulieren. Die alten Ägypter wiederum besaßen besondere Fähigkeiten in der Zubereitung von Duftsalben von einer Qualität, die bis heute erstaunlich ist. In Europa holten sich die Herrscher im Mittelalter Astrologen und Weise an ihre Höfe, aber eben auch Parfümeure. Ihre Aufgabe war es, bei den verschiedensten Anlässen die passenden Duftkompositionen zuzubereiten.

Der heilsame Geruch der Natur

Bis heute üben angenehme Düfte einen großen Einfluss auf unseren Geruchssinn aus. Man denke nur an den Duft von frischem Brot, von Kuchen, Braten oder einer feinen Kräuterzubereitung. Von Frühling an bis in den Herbst hinein werden Insekten von den tausendfachen Düften der Blüten angezogen. Und genauso zieht es uns Menschen dann hinaus in die Natur, wo wir einfach nur all die bunten Farben und die zarten Düfte auf uns wirken lassen.

rosenblaetterAromatherapie und die heilende Wirkung der Farben

Düfte, Farben und Klänge gelten als Grundelemente einer gesunden Raumatmosphäre und können unser Wohlbefinden stark beeinflussen. Sie wirken auf Körper, Geist und Seele und wir können damit unserer inneren Stimmung Ausdruck verleihen: In der Musik herrschte im westlichen Kulturkreis lange Zeit das Dur-Moll-System vor. Darin lösen Heiterkeit und Schwermut einander ab.

Die Düfte und Farben in unserer Umgebung können Entspannung und Ruhe Gelassenheit und Selbstvertrauen fördern. So hat beispielsweise die Farbe Blau in bei Erregung, Schlaflosigkeit, Unruhe und Hektik eine wohltuende und beruhigende Wirkung. Düfte wirken über unseren Riechnerv auf das vegetative Nervensystem. Düfte und Farben helfen, die gestörte Harmonie des Körpers und der Seele auszugleichen. Sie bringen Wärme und Behaglichkeit in unser Heim.

Raumluftverbesserung und Desinfektion

Wir nehmen mit der Atemluft gewichtsmäßig die 10- bis 15-fache Menge auf als beim Essen. Das allein ist ein gutes Argument dafür, synthetische Produkte wie aggressive Reinigungsmittel und Raumsprays durch natürliche Stoffe zu ersetzen. Man kann auch mit Duft- und Aroma-Lampen auf ganz einfache Weise für Raumluftverbesserung und Desinfektion sorgen. Dabei werden natürliche ätherische Öle mit keimtötender Wirkung in Wasser verdampft. Viele Duftstoffe wie Fichtennadel, Thymian etc. haben außerdem eine wohltuende Wirkung auf die Atemwege und bewirken über den Riechnerv eine Harmonisierung des vegetativen Nervensystems.

Wohltuende Wirkung von Licht und Farbe

Licht und Farben nehmen über Augen und Haut auf den gesamten Organismus Einfluss. Wie stark sie auf uns wirken, zeigt sich besonders in den Wintermonaten. In dieser Zeit erreicht der Einfallswinkel der Sonnenstrahlung seinen tiefsten Stand. Bei bei vielen Menschen führt der ständige Aufenthalt in Räumen mit künstlichen Lichtquellen zur sogenannten Winterdepression. Das ist darauf zurückzuführen, dass es beim Mangel an Tageslicht zu Stoffwechsel- und Hormonstörungen kommt. Depressive Verstimmungen, Ermüdung, Konzentrationsschwäche, Reizbarkeit, Kopfschmerzen, Vitaminmangel und Immunschwäche treten dann verstärkt auf.

aetherische oeleÄtherische Öle in der Aromatherapie

Ätherische Ölen sind pflanzliche Substanzen mit einem großen Wirkungsspektrum. Der Begriff „ätherisch“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie "himmlisch". Im 19. Jahrhundert gelang es erstmals, ätherische Öle aus Pflanzen mit stark aromatischem Geruch zu gewinnen. Der Franzose Gattefosse, ein Chemiker, erkannte die Möglichkeit der therapeutischen Anwendung ätherischer Öle. Er stellte sie 1928 in seinem Buch "Aromatherapie" als Behandlungsmöglichkeit einer breiten Öffentlichkeit vor.

Wie werden ätherische Öle gewonnen, wovon hängt ihre Qualität ab?

Viele Pflanzen, aus denen wohlriechende ätherische Öle gewonnen werden, sind heute wieder in unseren Hausgärten zu finden wie zum Beispiel Lavendel, Rosmarin, Thymian, Salbei, Basilikum, Majoran und Ysop. Bei der Gewinnung ätherischer Öle von hoher Qualität muss vor allem auf die artspezifischen Ansprüche der Pflanzen geachtet werden. Diese wird von folgenden Kriterien bestimmt:

  • Standort,
  • Bodenbeschaffenheit,
  • Boden- und Luftfeuchtigkeit,
  • Dauer und Intensität der Sonneneinstrahlung.

Deswegen sind beispielsweise ätherische Öle wie Thymianöl aus Kreta besonders wertvoll, weil das warme und ausgeglichene Insel-Klima optimale Voraussetzungen für Thymian, aber auch für viele andere Kräuter bietet. Um sicher zu gehen, dass die Reinheit der Öle gewährleistet ist, werden bestimmte Analyseverfahren angewendet. So wird unter anderem getestet, ob Pestizidrückstände im Öl enthalten sind.

Ätherische Öle werden, je nach Pflanzenart, aus Blüten, Blättern, Samen, Fruchtschalen oder Holzteilen gewonnen. Die Herstellung der ätherischen Öle erfolgt vorwiegend durch Wasserdampfdestillation. Bei Zitrusfrüchten wie Orange, Zitrone oder Mandarine wird das Öl durch Auspressen der Schale gewonnen. Die Ausbeute beträgt dabei durchschnittlich 0,5 -3 Prozent. Um einen Liter reinen Rosenblütenöls herzustellen werden 4000 bis 5000 kg Blüten benötigt. 1 bis 1,5 Tonnen Blüten des Bitterorangenbaumes ergeben gerade einmal einen Liter Neroli-Öl, das unter anderem bei Depressionen so hilfreich ist.

Aromatherapie und Räucherwerk: Narden, Wacholder und Weihrauch

LavendelNarden

Zu den Narden zählen verschiedene wohlriechende Pflanzen:

  • gallische, kretische, arabische Narden,

  • der ostindische Narden-Baldrian,

  • Lavendel („italienische Narde“).

Aus der braun behaarten Wurzelsprossen der indischen Narde wurde das bereits im hohen Lied Salomos erwähnte Nardenöl gewonnen. Es war das Salböl der Hohenpriester und Könige und galt als heiliges Salböl. Jesus von Nazareth soll von Maria Magdalena mehrmals damit gesalbt worden sein.

Das Nardenöl wird als "Königin der Essenzen" bezeichnet, weil es die beiden gegensätzlichen Prinzipien - das männliche und weibliche - in sich vereinigt. Narden-Öl wirkt ausgleichend auf das zentrale Nervensystem. Es wird in der Naturheilkunde bei Herzrhythmusstörungen, Nervenschwäche und Schlafstörungen eingesetzt. Nardenöl fördert das Gleichgewicht im seelisch-geistigen Bereich.

Wacholder (Juniperus communis)

Der Wacholder wird auch als "Deutscher Weihrauchbaum" bezeichnet. Von allen Teilen des Strauches geht ein fein-aromatischer Duft aus. Holz und Nadeln entwickeln beim Verbrennen einen balsamischen Geruch. Nadel- und Triebspitzen, Holz und Beeren sind reich an Heil- und Wirkstoffen.

Weihrauch (Olibanum)

Das Duftharz des Weihrauchbaumes riecht nicht nur sehr angenehm, sonder hat auf Geist und Gemüt eine wohltuende und sogar erhebende Wirkung. Beheimatet ist der Weihrauch an den arabischen Südküsten, im Jemen und Oman. Weihrauch wird seit uralten Zeiten verwendet. Er spielt bis heute bei den Ritualen zahlreicher Religionen als Räuchermittel eine wichtige Rolle. Als die drei Weisen aus dem Morgenland nach Bethlehem zum Christkind zogen, übergaben sie Josef und Maria Gold, Weihrauch und Myrrhe als symbolische Geschenke.

Wegen seiner besonderen Wirkung auf Geist und Gemüt wird Weihrauchdampf bei der Meditation als unterstützendes Mittel geschätzt. Der handelsübliche Weihrauch ist ein Gemisch verschiedener Harze.

Aromatherapie und Räucherwerk: Aloe, Cassia und Kalmus

AloeAloe (Aloe vera)

Aloeholz kommt ursprünglich aus Hinterindien. Es wurde schon im Alten Testament als kostbares Räucherwerk gerühmt und zusammen mit anderen wohlriechenden Hölzern verbrannt.

Die Aloe vera gedeiht auch bei uns – meist als Topfpflanze. Sie stammt aus der Familie der Liliengewächse und ist vor allem in afrikanischen Trockengebieten beheimatet. Ihre Blätter sind fleischig und oft stachelig. Schneidet man sie etwa 1 cm dick auf, tritt ein dickflüssigen Saft aus, wie ein natürliches Gel. Es enthält wertvolle Inhaltsstoffen wie Harze, Polysacharide, Sterine und Enzyme und wirkt narbenbildend und heilungsfördernd. Man kann es beispielsweise bei Verbrennungen oder Sonnenbrand direkt auf die Haut auftragen. Es kühlt angenehm und spendet Feuchtigkeit.

Cassia (Angustifolia Vahl)Zimtcassia

Cassia wächst als kleiner Strauch an den Randzonen von Wüstengebieten in Ostafrika oder dem Jemen. Seine Blüten werden ihres angenehmen Duftes wegen zur Parfümherstellung verwendet. Die Zimtkassie wächst in China. Ihr Zimt schmeckt nicht ganz so fein würzig wie der Ceylon-Zimt.

KalmusKalmus (Acorus calamus L.)

Kalmus wächst an den Ufern schlammiger Teiche. Gesammelt werden die Wurzeln im März und April sowie im September und Oktober. Sie werden dann von Kraut und Wurzelfasern gereinigt, in Streifen geschnitten und zum Trocknen aufgehängt. Der Geruch der getrockneten Kalmus-Wurzel ist angenehm. Er erinnert an Mandarinen.

Die Heimat des Kalmus ist Asien. Er wurde bereits im alten China im Kräuterbuch des Kaisers Shin-nong (etwa 3700 v. Chr.) als bestes Magenmittel gepriesen. Noch heute dient er zur Behandlung von Magenkatarrh, Magenschwäche oder Blähungen. Als Badezusatz wirkt er wohltuend und beruhigend auf überreizte Nerven und bei nervöser Schlaflosigkeit. Für Bäder wird eine Abkochung verwendet (4 EL Kalmus-Wurzeln auf 1/2 Liter Wasser).

Räucherwerk China TempelopferGeschichte der Aromen und Pflanzendüfte

Der Duft der Pflanzen und die bunten Farben der Blüten erfüllen in der Natur einen einfachen Zweck: Sie locken Bienen und andere Bestäuber an und dienen so der Arterhaltung. Für uns Menschen sind Düfte und Farben dagegen eng mit dem Gefühlsleben verbunden. Aromen regen unserer Sinneswahrnehmungen an und können sogar Erinnerungen wachrufen. An warmen, sonnigen Frühlingstagen aktivieren intensive Düfte wie Flieder oder Veilchen manchmal Bilder und Geschichten aus unserer Kindheit. Ist der Duft mit einer angenehmen Erinnerung verbunden, dann stellt sich ein wohliges Gefühl ein. Diese Eigenschaft von Aromen wird beispielsweise in der Arbeit mit Demenzkranken genutzt. Diese Wirkung kann heilend sein. Das erkannten auch einige alte Kulturvölker schon, beispielsweise die Ägypter: Pharao Ramses II (1303 - 1213) soll gesagt haben:

"Ein Tag ohne Wohlgeruch ist ein verlorener Tag"

Aromen, Düfte und Räucherwerk in den alten Kulturen

König Salomo ließ schon vor ca. 3000 Jahren Räucherwerk aus ausgewählten Heilkräutern für Kult- und Heilzwecke herstellen. Sogar die Bibel weist im Hohen Lied des Salomo auf das Räucherwerk hin: Es ist die Rede von Narden und Myrrhe. Im alten Ägypten und in Indien war es üblich, Gefäße mit wohlriechenden pflanzlichen Substanzen wie Weihrauch, Aloe, Cassia, Kalmus, und Zimt aufzustellen. Das Einatmen der Düfte sollte die Gesundheit fördern, das Gefühlsleben und den Geist positiv beeinflussen. Auch im alten China war die Räucherpfanne fester Bestandteil jeden Haushalts. In Griechenland wurde um etwa 400 v. Chr. zu Ehren von Asklepios, dem Gott der Heilkunde, der berühmte Asklepios-Tempel errichtet. Man brachte die Kranken dorthin, damit sie durch das Einatmen heilender Düfte und ausreichend Schlaf Erholung für Leib und Seele fanden.