Thymian kEinheimische Küchenkräuter: Geschichte, Verwendung, Herstellung einer Kräutermischung

Kleine Geschichte der einheimischen Gewürze

Schon Karl der Große (747 – 814) erkannte die Bedeutung einheimischer Pflanzen als Würz- und Nährmittel. Er gab Order, Klostergärten anzulegen, um

a) Pflanzen, die er als besonders heilsam und wertvoll ansah, überall im Reich anzusiedeln und

b) Kenntnisse über die heilsamen Wirkungen und ihren Anwendungen zu verbreiten.

Ihnen verdanken wir bis heute unser Wissen über die Kräuter und ihre Wirkung. Als der Handel mit exotischen Gewürzen aufkam, gerieten die heimischen Würzpflanzen in Vergessenheit. Sie wurden zwar noch hier und da verwendet, aber meist all zu üppig von Pfeffer überlagert. In deutschen Kochbüchern aus dem 18. Jh. findet man beispielsweise kaum Angaben zu Kräutern. Erst im 19. Jh. kommen Kräuter langsam wieder in Mode: Das „Bayerische Kochbuch von 1843“ nimmt die alten Traditionen wieder auf und würzt mit Knoblauch, Basilikum, Wacholder, Majoran, Thymian und Rosmarin. Pfeffer wird dagegen nur spärlich verwendet.

Verwendung von Küchenkräutern

  • Kräuter immer frisch verwenden.

  • Vor der Verwendung fein schneiden, hacken oder wiegen.

  • Küchenkräuter erst nach Ende der Kochzeit zu den Speisen geben; Ausnahme: Fleisch und Gemüse- oder Wurzelbrühe.

  • Je mehr Kräuter, desto weniger Salz.

  • Bei Mischungen auf harmonischen Geschmack achten. Kein Kraut soll die anderen überlagern. Deswegen sollte man von Majoran, Bohnenkraut, Zitronenmelisse und Basilikum nur sehr wenig nehmen. Schnittlauch und Petersilie darf man dagegen ziemlich üppig verwenden.

Kräutermischung aus einheimischen Kräutern selbst herstellen

Ein aromatisches und leckeres Würzpulver aus Kräutern kann man ganz einfach selber machen:

Man nehme folgende Kräuter (getrocknet und pulverisiert):

  • jeweils 10 Gramm Estragon, Zitronenmelisse und Basilikum,

  • jeweils 20 Gramm Liebstöckel und Selleriesamen.

Natürlich kannst du mit deiner Kräutermischung auch dein eigenes Kräutersalz herstellen, indem du das Kräuterpulver mit Salz im Verhältnis 20 : 80 vermischt.

[Quelle: Eugenie Erlewein, Hauswirtschaftslehre, 1954]