Malve
Wilde Malve (Malva sylvestris)

Die wilde Malve gehört wie die blaue und die mauretanische zu den Malvengewächsen. Sie stammt vermutlich aus dem südlichen Europa und dem mittleren Asien. Heute ist sie über den ganzen Erdball verbreitet. Die wilde Malve wird bis zu einem Meter hoch und ist denkbar anspruchslos. Sie gedeiht an Wegen, auf Weiden und Schutthalden. Zur Vermehrung kann man sie im zeitigen Frühjahr geschützt in Töpfen ziehen oder ab April direkt ins Freiland säen. Man sammelt die Blüten (mit Kelch, ohne Stiel) im Juni und die Blätter von Juni bis September. Die getrockneten Blüten nehmen eine violette Farbe an und sind gut für Potpourris geeinet.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Die Blüten der wilden Malve enthalten Schleim und Anthocyan sowie etwa 10 Prozent Gerbstoffe. Sie wirken entzündungshemmend, reizlindernd und leicht adstringierend. Der enthaltene Schleim ist ein gutes Mittel gegen Atemwegserkrankungen und Husten. Die Kombination aus Schleim- und Gerbstoffen wirkt auch gegen Entzündungen im Magen-Darmbereich.

Meistens wird die wilde Malve als Tee zubereitet und ist oft auch Bestandteil von Mischungen.

Nachtkerze
Nachtkerze (Oenothera biennis)

Die aus Nordamerika stammende Nachtkerze kam im 17. Jh. nach Europa und wächst wie die anderen Nachtkerzengewächse oft auf Schutthalden und Bahndämmen. Die zweijährige Pflanze ist äußerst anspruchslose. Sie bildet im 1. Jahr Blattrosetten und erst im 2. Jahr Schaft und Blüten aus. Die Nachtkerze vermehrt sich selbst, man kann sie aber auch durch Samen kultivieren. Sammelgut sind die Samen, die zur Herstellung von Nachtkerzenöl und anderen Präparaten verwendet werden. Man sammelt sie im Oktober, wenn sie richtig ausgereift sind.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Nachtkerzenöl hilft bei trockener, rissiger und spröder Haut. Dazu werden Samenöl oder Kapseln verwendet. Das aus den Samen gewonnene Öl ist Träger der Gamma-Linolensäure, die zur Bildung des Gewebehormons Prostaglandin sehr wichtig ist. Prostaglandine erweitern die Blutgefäße und helfen so auch, Thrombosen zu verhindern. Sie hemmen Entzündungen und bremsen die Cholesterinsynthese. Eine Kur mit Nachtkerzenkapseln führt in aller Regel zum raschen Abklingen von Juckreiz und Entzündungen bei Neurodermitis.