FetthenneFette Henne - bewährtes Hausmittel für die Wundheilung

Die Fette Henne wächst in Gärten, an Felsen, Mauern, Feldrainen und sogar in Wäldern. Sie gehört zu den Dickblattgewächsen (Crassulaceae) und hat den Namen wohl wegen ihrer dickfleischigen Blätter erhalten. Die Pflanze kann bis zu 80 cm hoch werden und steht oft zusammen mit Lavendel und Thymian im Steingärten, wo sie mit dem intensiven Geruch ihrer Blüten die Bienen anlockt. Die bekannteste der etwa 420 Arten ist die Große Fetthenne, auch Purpur-Fetthenne oder lateinisch „Sedum telephium“ genannt. Zum Vermehren der Fetthenne verwendet man meist Stecklinge. Man kann auch ältere Pflanzen teilen oder Samen aussäen, die man im Oktober oder November aus den verblühten Blütenständen absammelt.

Je nach Landstrich heißt die Fetthenne auch Mauerpfeffer, Donnerkraut oder Wolfskraut. Die Bezeichnung Wundkraut weist auf ihre Heilwirkung hin: Als Heilpflanze soll sie alles heilen, was wund ist, äußerlich wie innerlich. Wunden zum Beispiel, aber auch Knochenbrüche, Blutungen und Magengeschwüre, Lungenkrankheiten, Leber-, Darm- und Gebärmutterleiden.

Fetthenne und Aberglaube

Die Fetthenne hatte früher einen festen Platz im Garten. So fest sogar, dass man befürchtete, es werde jemand sterben, wenn die Pflanze einging. Das passiert jedoch praktisch nie, weil sie in den dickfleischigen Blättern sehr viel Wasser speichern kann. Sie ist ohnehin extrem anpassungsfähig und kaum kaputt zu kriegen. Das trug der Fetten Henne auch den Ruf ein, dass nicht einmal der Blitz ihr etwas anhaben kann. Deswegen ließ man sie zum Schutz vor Gewittern auf den Dächern wachsen.

Fette Henne - Wirkung, Anwendung und Inhaltsstoffe

Die Wirkung beruht vor allem auf folgenden Inhaltsstoffen

  • Glykosiden,
  • Gerbstoffen,
  • Schleimstoffen,
  • Flavonoiden,
  • Mineralsalzen,
  • Alkaloiden,
  • Tanninen.

Die Heilwirkung der Fetthenne – Tradition und Wissenschaft

Die Fetthenne wurde traditionell zur Wundheilung bei

  • Hämorrhoiden, Hautflechten oder Verbrennungen,
  • zur Blutstillung,
  • bei Hühneraugen,
  • Quetschungen, Schwellungen,
  • Schwielen und Warzen sowie
  • Erkrankungen der Atemwege verwendet.

In der Pflanzenheilkunde gilt sie auch als Heilmittel gegen die Leiden der

  • inneren Organe,
  • Rheuma, Gicht und sogar
  • Leiden wie den grünen und schwarzen Star,
  • Krebswunden oder Geschwüre.

Sie soll außerdem blutreinigend wirken. Verschiedene Studien belegen die Wirkung der Fetthenne bei der Wundheilung, u. a. eine äthiopische Studie aus dem Jahr 2013. Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen auch, dass Pflanzen aus der großen Familie der Crassulaceae bei der Wundheilung helfen, Leber und Niere schützen, Schmerzen und Krämpfe lindern, entzündungshemmend, antidiabetisch, antioxidativ, antimikrobiell und fiebersenkend sowie gegen Wurminfektionen und unerwünschte Reaktionen des Immunsystems wirken.