DarmColitis ulcerosa I – Krankheit mit hohem Leidensdruck

Colitis ulcerosa gehört nach wie vor zu jenen Krankheiten, die aufgrund der peinlichen Begleitumstände vielfach von den Betroffenen tabuisiert werden. Sie führen deswegen häufig zur sozialen Isolation. Es gehört viel Mut dazu, mit diesem Tabu zu brechen. Matthias hat ihn gefunden und damit auch wieder den Weg zurück in ein erfülltes Leben.

Diagnose Colitis ulcerosa

Von schmerzhaftem Durchfall geplagt wandte sich Matthias an seinen Hausarzt. Die üblichen Behandlungsmethoden versagten. Im Krankenhaus liegt bald der Verdacht nahe: Colitis ulcerosa. Der damals 35jährige war schockiert. Die Krankheit gilt als unheilbar. Sie ist stigmatisierend - einfach peinlich. Die Hypothese wird erst einmal widerrufen, der Patient mit einem Antibiotikum therapiert. Die Beschwerden klingen ab.

Fünf Jahre später nimmt Matthias Ibuprofen. Wegen einer langwierigen Zahnbehandlung. Das bewährte Schmerzmittel gilt als gut verträglich, doch Matthias findet kurz darauf Blut im Stuhl. Es folgt eine Odyssee durch diverse Arztpraxen. Der Befund: Es ist tatsächlich Colitis ulcerosa. Die Krankheit wird mit Cortisol zur Remission gebracht, die Symptome klingen ab.

Unverträglichkeiten als Auslöser

Drei Jahre schlummert die Plage. Dann verletzt sich Matthias am Fuß. Die schmerzhafte Wunde will einfach nicht heilen. Ein halbes Jahr später wendet er sich an einen Orthopäden, wird mit Voltaren versorgt. Obwohl der Arzt über die Colitis ulcerosa informiert war. Die Schmerzen ließen nicht nach, eine Woche später stellt sich wieder Blut im Stuhl ein. Ein Besuch beim Internisten seines Vertrauens bringt Gewissheit: Eine ganze Reihe von Medikamenten kann neue Schübe der Colitis ulcerosa auslösen. Matthias wird in Zukunft auf solche Experimente verzichten.

Psyche und Darm

Die Behandlung mit Cortisol schlägt zunächst nicht an. Auch das gehört zu den Tücken der Colitis ulcerosa: Es gibt keine standardisierten Heilverfahren. Die Medikation kann individuell vollkommen unterschiedlich sein. Eine Basistherapie mit Azathioprin erweist sich als kompliziert, aber wirkungsvoll. Doch während der ersten Behandlungsphase kommt es zum Supergau:

Ein Schicksalsschlag in der Familie, die Beziehung geht in die Brüche, bei seinem Arbeitgeber stehen gravierende Umstrukturierungen an. Zu den starken Schmerzen und den extremen Durchfallattacken gesellen sich auch noch schwere Depressionen. Ein Krankenhausaufenthalt wird unumgänglich.

Bild: Menschlicher Darm, Robert Fludd (1623), Deutsche Fotothek