ScharbockskrautScharbockskraut – die Dosis macht das Gift...

Das unscheinbare Scharbockskraut (Ficaria verna; Ranunculus ficaria) zaubert schon früh im Jahr gelbe Farbtupfer in die Wiesen, wenn das Gras und alle anderen Blümchen noch im Winterschlaf liegen. „Scharbock“ ist lediglich eine alte Bezeichnung für Skorbut. An der Vitamin-C-Mangelkrankheit litten vor allem die Seefahrer, als die Kartoffel bei uns noch nicht heimisch war. Sie mussten an Bord lange ohne frische Kost auskommen und konnten nur auf getrocknetes Scharbockskraut zurückgreifen. An Land gab es nach den auszehrenden Wintern das junge, frische Scharbockskraut und damit reichlich Vitamin C. Man sammelt die Blätter, bevor das Kraut blüht. Danach entwickelt das Scharbockskraut nämlich zunehmend giftige Stoffe.

Scharbockskraut in der Naturheilkunde

  • Scharbockskraut wirkt vor allem entzündungshemmend und schmerzlindernd.
  • Die frischen jungen Blätter des Scharbockskrauts werden gegen Frühjahrsmüdigkeit und Vitamin-C-Mangel gegessen, zum Beispiel im Salat.
  • Bei Hautleiden und Hautunreinheiten hilft ein Tee aus den getrockneten Blättern des Scharbockskrauts innerlich zum Trinken und äußerlich für Waschungen (auch bei Hämorrhoiden).
  • Ein blutreinigender Tee wird ebenfalls aus den getrockneten Blättern gewonnen.
  • Der Saft der Wurzelknollen des Scharbockskrauts wurde früher als Mittel gegen Feigwarzen verwendet, daher auch der volkstümliche Name „Feigwurz“. Diese Wirkung ist nach heutigen Erkenntnissen widerlegt.

Scharbockskraut - Warnhinweis!

Erwachsene sollten nicht mehr als eine Handvoll Scharbockskraut-Blätter pro Tag verzehren. Die jungen Blätter, vor der Blütezeit geerntet, sind in kleinen Mengen verzehrt unbedenklich. Alle anderen Bestandteile des Scharbockskrauts sind giftig!

Ein vorsichtiger Geschmackstest ist generell ratsam: Schmeckt das Scharbockskraut ranzig, ätzend oder stechend-bitter? Das ist ein Hinweis auf den giftigen Inhaltsstoff Protoanemonin, der sich auch schon vor der Blüte bilden kann. Die Pflanze und ihre Bestandteile dürfen dann nicht roh verzehrt werden!

Es besteht zudem Verwechslungsgefahr mit anderen Hahnenfußgewächsen (Ranunculaceae). Diese können einen wesentlich höheren Anteil an Giftstoffen aufweisen!

Beim Trocknen werden die Giftstoffe in das ungiftige Anemonin umgewandelt. Dann besteht keine Gefahr mehr.