KampherKampfer – die Dosis macht das Gift

Kampfer ist gleichzeitig die Bezeichnung für den Baum (Cinnamomum camphora), für dessen ätherisches Öl und für einen darin enthaltenen chemischen Bestandteil. Kampfer ist ein sehr stark riechendes Terpen (chemische Verbindung, die in zahlreichen Organismen natürlich vorkommt) und damit Hauptbestandteil vieler ätherischer Öle.

Anleitungen zur Anwendung von Kampfer (Campher) finden sich schon in der mittelalterlichen Phytotherapie, zum Beispiel bei Hildegard von Bingen (1098 – 1179). Im Islam werden die Verstorbenen vielfach bis heute bei der letzten Waschung mit einem Sud aus Wasser und Campher gereinigt.

Kampfer als Analeptikum

Heute wird Kampfer meist als Analeptikum verwendet. Analeptika wirken erregend auf das Nervensystem oder einzelne Körper-Funktionen, zum Beispiel das Atemzentrum. Sie können in höheren Dosen giftig sein und sogar Krämpfe auslösen. Kampfer wird heute nicht mehr als Atem-Analeptikum eingesetzt. Die Dosis die dazu benötigt würde, wäre zu hoch und könnte giftig sein.

Kampher – Anwendung und Wirkung

Früher galt die Kampfer-Spritze als klassisches Mittel der Notfallmedizin bei Kollaps oder Ohnmacht. Kampfer wird vom Körper rasch verstoffwechselt und dann über die Nieren wieder ausgeschieden wird. Er wirkt daher umgehend. Kampfer

  • lindert Schmerzen, Entzündungen und Reizungen der Haut,

  • wirkt durchblutungsfördernd,

  • stimuliert Atem und Kreislauf,

  • kräftigt den Kreislauf,

  • erweitert die Bronchien und löst so Krämpfe in den Bronchien.

Kampfer stimuliert die Bildung von flüssigem Schleim in den Bronchien und fördert so die Schleimentfernung aus den oberen Luftwegen. Kampfer ist daher in vielen Erkältungsmitteln enthalten.

Kampfer in der Naturheilkunde

Kampfer wird vorwiegend äußerlich als Salbe angewendet, bei der Behandlung von

  • Erkältungskrankheiten,

  • Muskelschmerzen,

  • Gelenkschmerzen,

  • Weichteilrheumatismus und

  • Herzbeschwerden.

Die Wirkung von Kampfer zielt auf die gleichen Areale des zentralen Nervensystems ab wie der Schmerz. Reibt man Kampfer auf die Haut, übt er einen Reiz die betroffene Hautstelle aus. Dieser Gegenreiz blockiert den eigentlichen Schmerz. Campherspiritus wird häufig auch bei bettlägerigen Menschen angewendet: Einreibungen von Rücken, Armen und Beinen beleben den Kreislauf und wirken kräftigend, erfrischend und wohltuend.

Kampfer - Warnhinweise

Eine innerliche Anwendung muss mit dem Arzt abgesprochen werden! Schon 2 g Kampfer können bei Erwachsenen toxische Wirkungen erzeugen. Erste Symptome wie Übelkeit und Erbrechen, Brennen im Mund und im oberen Bauch, Wärmegefühl und Kopfschmerzen treten innerhalb von 5 bis 15 Minuten nach Einnahme auf. Bei Menschen mit Asthma, Pseudokrupp oder Keuchhusten, bei Kindern und in der Stillzeit darf Kampfer nicht angewendet werden! Das gilt auch für Erkältungsmittel, die Kampfer enthalten. Die Äußerliche Anwendung sollte nur auf gesunder Haut erfolgen, da ansonsten Rötungen, Reizungen und schmerzhafte Entzündungen entstehen können. 10 bis maximal 20 Milliliter werden als Höchstdosis für eine Einreibung mit Campherspiritus angegeben, 300 Milliliter für eine Tagesdosis.