Hagebutte WildroseHagebutte – Gesundwunder am Wegesrand

Die Gemeine Heckenrose (Rosa canina L.) wird in manchen Regionen auch „Hundsrose“ oder „Zaunrose“ genannt und ist die bekannteste Wildrosenart. Sie wächst in Asien, in ganz Europa und auch bei uns, meist als wilde Hecke am Wegesrand. Ihre Sträucher werden meist mehrere Meter hoch, sind sehr robust, anspruchslos und äußerst pflegeleicht.

Die rote Beere der Hagebutte ist nur eine „Scheinfrucht“. Auf den ersten Blick sieht man nur leuchtend roten Hülle, doch die eigentliche Frucht sind die Kerne (Nüsschen) im inneren der Hagebutte. In Mitteleuropa bilden sich die Früchte der Hagebutten bis zum Spätsommer aus. Gesammelt wird die ganze Frucht ab September bis in den Oktober hinein, vor allem wegen ihres enorm hohen Vitamin-C-Gehaltes. Je später man erntet, umso süßer und intensiver werden Geschmack und Aroma. Der Frost macht ihnen nichts aus, sie werden dadurch nur etwas weicher.

Hagebutten in Küche, Naturheilkunde und Hexenzauber

Man hat Spuren der Frucht bei Bauern gefunden, die vermutlich etwa 3.000 Jahre vor Chr. lebten. Das belegt, dass die Hagebutte hierzulande schon sehr lange genutzt wird. Hippokrates empfahl die Hagebutte bei Entzündungen. Der alte Volksglaube besagt, dass man die Frucht an Weihnachten und Neujahr essen soll, um Unglück und Hexenzauber abzuwenden. Außerdem ist die Hagebutte oft auf Marienbildern abgebildet, denn sie gilt den Christen als Symbol der Enthaltsamkeit und Reinheit.

Man verwendet die Hagebutte

  • als Hagebutten-Marmelade,

  • als Hagebuttentee,

  • als Hagebuttenöl (Wildrosenöl),

  • gegen Durchfallerkrankungen,

  • zur Förderung der Abwehrkräfte, bei Grippe und Erkältung,

  • als Hagebuttenpulver bei Arthrosen, rheumatischen Beschwerden und chronischen Rückenschmerzen.

Inhaltsstoffe der Hagebutte

In der Hagebutte sind enthalten:

  • Organische Säuren: Ascorbinsäure (Vitamin C), Äpfelsäure, Zitronensäure,

  • Anthocyane, Proanthocyanidine, Flavonoide (Polyphenole),

  • Carotinoide wie Lycopin,

  • Pektin,

  • Gerbstoffe,

  • Vitamine, Mineralstoffe,

  • Kohlenhydrate, Zucker,

  • Fettes Öl (in den Nüsschen).

 

 

 

AloeVerträgt unser Körper pflanzliche Substanzen besser? Und warum ist das so?

Bei den sekundären pflanzlichen Substanzen handelt es sich, chemisch gesehen, um eine große Vielfalt von Verbindungen mit unterschiedlichen Funktionen. Sie töten unter anderem Pilze und Bakterien ab und unterstützen äußerst wirkungsvoll das körpereigene Abwehrsystem des Menschen. Einige dieser pflanzlichen Substanzen sind auch wegen ihrer krebshemmenden Wirkung von wissenschaftlichem Interesse.

 Wir wissen heute aus Erfahrung, dass der menschliche Organismus pflanzliche Substanzen meist besser verträgt als chemisch hergestellte. Viele der heilkräftigen Bestandteile, die in Blüten, Blättern, Früchten, Wurzeln, Holz und Rinden enthaltenen sind, sind mitunter wegen ihres teilweise sehr geringen Mengenanteils nur schwer nachzuweisen. Sie sind aber dennoch häufig ganz wesentlich an der Heilung einer Krankheit beteiligt. Das kann man zum Beispiel auch daran erkennen, dass ein vermeintlicher Hauptwirkstoff, wenn er isoliert angewendet wird, oft völlig anders wirkt als ein Extrakt der betreffenden Pflanze in seiner Gesamtheit. Es sind also sehr wahrscheinlich die Nebenwirkstoffe, die einen maßgeblichen Einfluss auf den Heilungsprozess ausüben, auch wenn das vielfach noch nicht wissenschaftlich untersucht oder nachgewiesen wurde.

Wirkstoff oder Wirkprinzip?

Schon Aristoteles (384 - 322 v. Chr.) sprach von "einem allem Lebendigen innewohnenden Prinzip, das den Heilpflanzen ihre geheimnisvolle Kraft verleiht". Wir kennen das Prinzip heute noch immer nicht. Wir müssen in Zukunft die kleinsten Einflüsse bei der Wirkung von Pflanzen viel genauer unter die Lupe nehmen und uns dabei auch die Frage stellen: Beruht die Wirkung auf einem einzelnen Stoff oder liegt das Wirkungsprinzip im Zusammenwirken verschiedener Stoffe begründet?

 

ZwiebelKnobLauch kSo wirken bioaktive pflanzliche Substanzen

Bioaktive pflanzliche Substanzen, das sind Stoffe, die von Pflanzen nur mit Hilfe von Sonnenlicht und Wasser hergestellt werden. Sie haben für uns Menschen als Nahrungs- und Heilmittel eine lebenswichtige Bedeutung, denn sie liefern uns die Nährstoffe, die unseren Energiebedarf decken: Eiweiß, Fette, Kohlenhydrate, Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe.

Eine vollwertige Ernährung muss all diese Bestandteile in ausreichender Menge enthalten, denn sie sind für die Gesundheit unseres Körper überlebensnotwendig.

Sekundäre pflanzliche Substanzen

Neben den oben genannten Nährsubstanzen enthalten Pflanzen auch Stoffe, die als "sekundäre pflanzliche Substanzen“ bezeichnet werden. Das sind Stoffe, die die Pflanze widerstandsfähig gegen Umwelteinflüsse machen. Sie schützen sie wirkungsvoll vor Angriffen von Schadinsekten und Mikroorganismen, regeln das Wachstum oder kommen als Farbstoffe in den Pflanzen vor. Ein Beispiel ist das Allicin. Die schwefelhaltige organische Verbindung ist ein charakteristischer Bestandteil des Knoblauchs und der Zwiebel. Beide Pflanzen haben sich seit Jahrtausenden in der Volksheilkunde bewährt.

Bei einer großen Anzahl heilkräftiger Pflanzenstoffe wie beispielsweise der Gerbstoffe (meist gelbe, rote oder blaue Blütenstoffe) handelt es sich um kompliziert aufgebaute Polyphenolverbindungen. Besonders der gelb-orange Farbstoff Carotin hat eine große Palette an Schutzwirkungen. Auch bestimmte Duft- und Aromastoffe treten als Phenolverbindungen auf. Ein ähnliches Wirkungsspektrum wie sekundäre pflanzliche Substanzen besitzen auch die organischen Säuren, z.B. Milch-, Apfel-, Zitronen- und Essigsäure.

Verträgt unser Körper pflanzliche Substanzen bes­ser und warum ist das so? Dieser Frage gehe ich im nächsten Blogbeitrag nach.

LindenblütenteeKräutertees zubereiten und Inhalieren mit Kräutern und Ölen

In der Pflanzenheilkunde gibt es verschiedene Methoden der Zubereitung von Kräutertees:

Aufguss (Infusum)

Beim Aufguss übergießt man die Pflanzenteile (Blüten, Blätter, Kräuter) mit heißem Wasser und lässt sie dann im bedeckten Gefäß ziehen. Dadurch werden ätherische Öle, Gerbstoffe und alle anderen Wirkstoffe aus den Pflanzenteilen gelöst.

Rezeptur für 1 große Tasse Tee (ca. ¼ Liter)

2 TL Droge mit kochendem Wasser (80 - 100 Grad Celsius) übergießen und 5 - 10 Minuten ziehen lassen.

Abkochung (Dekoktum)

Die Abkochung wendet man bei Wurzeln, Hölzern und Rinden an. Dazu wird die Droge meist eine Zeit lang kalt angesetzt und erst vor der Verwendung aufgekocht. Man sollte die Abkochung immer frisch trinken oder dem Badewasser zugeben.

Inhalieren mit Heilkräutern und ätherischen Ölen

Gib die Kräuter mit ¼ Liter heißem Wasser in den Inhalator. Verwende am besten Quellwasser oder destilliertes Wasser, besonders dann, wenn das Leitungswasser stark chlorhaltig ist. Lass die Mischung kurz ziehen und beginne dann mit der Inhalation, indem Du die Dämpfe durch die Nase einatmest. Die pflanzlichen Wirkstoffe beeinflussen unmittelbar die Steuerzentrale im Gehirn. Die Dauer einer Inhalation beträgt jeweils ca. 15 Minuten.

Erkrankungen der Atemwege

1 - 2 TL Kamillenblüten oder Thymiankraut. Zusätzlich 2 - 3 Tropfen ätherisches Öl (Eukalyptus, Pfefferminz, Latschenkiefer) intensivieren die Wirkung.

Kopfschmerzen, Angstzustände, depressive Verstimmung

2 - 3 TL Johanniskraut. Die Wirkung kann durch 2 - 3 Tropfen ätherisches Öl (Thymian, Basilikum oder Baldrian) verstärkt werden.

Ohrenschmerzen

1 TL Kamillenblüten, 2 - 3 Tropfen Lavendelöl. Dämpfe in Seitenlage liegend ins Ohr leiten.

Ohrenschmerzen und Entzündungen der Augen sollten grundsätzlich ärztlich behandelt werden!

AvocadoAvocadoöl selber machen – in Bio-Qualität!

Avocado (Persea gratissima oder Persea americana) galt bei den alten Azteken und Inkas als Aphrodisiakum. In Europa ist die Tropenfrucht seit dem 17. Jh. bekannt. Man kann auf sehr einfache Weise durch Kaltpressung Öl aus der Avocado gewinnen, das ebenso wie die Frucht selbst sehr viele gesunde Fette enthält. Das Avocado-Öl verwendet man in der Naturmedizin bis heute unter anderem als Mittel zum Senken des Blutdrucks und zur Herzstärkung. Es wirkt zudem pflegend und heilend auf Haut und Haar.

Avocadoöl - Inhaltsstoffe und Wirkung

Enthaltene Fettsäuren

Prozent

einfach ungesättigte (MUFA)

71

mehrfach ungesättigte (PUFA)

13

gesättigte (SFA)

16

Avocadoöl und Ernährung

Avocadoöl hat einen feinen, aromatischen Geschmack. Es eignet sich gut zum Kochen und ist auch ein hervorragendes Trägeröl für andere Aromen. Avocadoöl hat, egal ob raffiniert oder nicht, einen ungewöhnlich hohen Rauchpunkt (> 249°). Es ist daher beim Braten ein guter Butterersatz.

Die Wirkung von Avocadoöl ist ganz ähnlich wie die von Olivenöl auf, ganz unabhängig von der Methode der Extraktion. Avocados unterstützen die Gesundheit von Herz und Kreislauf. Das belegen gleich mehrere wissenschaftliche Studien. Auch die positive Wirkung von Avocadoöl beim Abnehmen und gesunden Altern ist heute hinreichend belegt. Die Zusammensetzung der im Avocadoöl enthaltenen Fettsäuren ist sehr günstig und hilft bei der Optimierung des Blutfettprofils. Viele gesunde Inhaltsstoffe verbessern die Bioverfügbarkeit von fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K) und sekundären Pflanzenstoffe wie Carotinoiden aus der Avocado selbst und aus Obst oder Gemüse, das zusammen mit Avocados oder Avocadoöl gegessen wird – zum Beispiel im Salat.

Avocadoöl und Hautpflege

Avocadoöl dringt gut in die Haut ein, fettet sie schön durch, regeneriert, spendet Feuchtigkeit und hat einen natürlichen Lichtschutzfaktor. Bei der Heilwirkung von Avocadoöl auf Haut und Haare gibt es zwar auch schon erste positive Ergebnisse, aber die Materiallage insgesamt ist noch etwas dünn.

Bio-Avocadoöl selbst gemacht – das Rezept

Zutaten: 10 Avocados in Bio-Qualität. Sie sollten sehr reif sein!

Außerdem benötigst Du:

 Avocadooel

  • Kochtopf

  • Kochlöffel

  • Baumwolltuch, das in eine Schüssel gelegt wird

  • Trichter

  • gut gereinigte Flaschen

Die Herstellung von Avocadoöl

  1. Schäle und entkerne die Avocados und schneide die Frucht in Würfel.

  2. Püriere das Fruchtfleisch, bis die Masse (Pulpe) cremig wird.

  3. Erhitze die Pulpe in einem Topf, bis sie köchelt. Rühre sie ständig mit einem Kochlöffel.

  4. Nimm den Topf von der Kochstelle, wenn sich das Öl an der Oberfläche absetzt und die Masse dunkel wird.

  5. Gib die Avocado-Masse auf das Tuch.

  6. Drücke die Pulpe aus, wenn sie abgekühlt ist.

  7. Fülle das Avocadoöl mit dem Trichter in Flaschen ab.

Lagere das Avocadoöl dunkel bei Raumtemperatur. Es ist bis zu 12 Monate haltbar.

Malve
Wilde Malve (Malva sylvestris)

Die wilde Malve gehört wie die blaue und die mauretanische zu den Malvengewächsen. Sie stammt vermutlich aus dem südlichen Europa und dem mittleren Asien. Heute ist sie über den ganzen Erdball verbreitet. Die wilde Malve wird bis zu einem Meter hoch und ist denkbar anspruchslos. Sie gedeiht an Wegen, auf Weiden und Schutthalden. Zur Vermehrung kann man sie im zeitigen Frühjahr geschützt in Töpfen ziehen oder ab April direkt ins Freiland säen. Man sammelt die Blüten (mit Kelch, ohne Stiel) im Juni und die Blätter von Juni bis September. Die getrockneten Blüten nehmen eine violette Farbe an und sind gut für Potpourris geeinet.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Die Blüten der wilden Malve enthalten Schleim und Anthocyan sowie etwa 10 Prozent Gerbstoffe. Sie wirken entzündungshemmend, reizlindernd und leicht adstringierend. Der enthaltene Schleim ist ein gutes Mittel gegen Atemwegserkrankungen und Husten. Die Kombination aus Schleim- und Gerbstoffen wirkt auch gegen Entzündungen im Magen-Darmbereich.

Meistens wird die wilde Malve als Tee zubereitet und ist oft auch Bestandteil von Mischungen.

Nachtkerze
Nachtkerze (Oenothera biennis)

Die aus Nordamerika stammende Nachtkerze kam im 17. Jh. nach Europa und wächst wie die anderen Nachtkerzengewächse oft auf Schutthalden und Bahndämmen. Die zweijährige Pflanze ist äußerst anspruchslose. Sie bildet im 1. Jahr Blattrosetten und erst im 2. Jahr Schaft und Blüten aus. Die Nachtkerze vermehrt sich selbst, man kann sie aber auch durch Samen kultivieren. Sammelgut sind die Samen, die zur Herstellung von Nachtkerzenöl und anderen Präparaten verwendet werden. Man sammelt sie im Oktober, wenn sie richtig ausgereift sind.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Nachtkerzenöl hilft bei trockener, rissiger und spröder Haut. Dazu werden Samenöl oder Kapseln verwendet. Das aus den Samen gewonnene Öl ist Träger der Gamma-Linolensäure, die zur Bildung des Gewebehormons Prostaglandin sehr wichtig ist. Prostaglandine erweitern die Blutgefäße und helfen so auch, Thrombosen zu verhindern. Sie hemmen Entzündungen und bremsen die Cholesterinsynthese. Eine Kur mit Nachtkerzenkapseln führt in aller Regel zum raschen Abklingen von Juckreiz und Entzündungen bei Neurodermitis.

MajoranMajoran (Origanum majorana)

Majoran ist ein kleinwüchsiger Halbstrauch. Seine Heimat liegt in den Ländern am Mittelmeer. Wie der Oregano entfaltet er seine volle Würzkraft erst nach dem Trocknen. Der Majoran gehört zu den Lippenblütlern und gedeiht am Besten auf trockenem, nährstoffreichen und lockeren Boden an einem sonnigen Platz. Die Vermehrung kann durch Setzlinge bzw Stecklinge oder durch Aussaat erfolgen. Dazu stellt man die Schalen oder Töpfe mit dem Saatgut auf die Fensterbank oder in das Treibhaus. Ins Freiland dürfen die zarten Pflanzen erst nach den Eisheiligen. Die Erde sollte immer ein wenig abtrocknen vor dem nächsten gießen.

Sammelgut und Sammelzeit: Blühendes Kraut und junge Triebe von Juni bis September.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Das Majoran-Kraut kann als Tee, zur Inhalation oder in Form von Stärkungsbädern angewndet werden. Es entfaltet seine Wirkung aufgrund der darin enthaltenen ätherischen Öle, Gerb- und Bitterstoffe. Majoran wirkt

  • antiseptisch,

  • krampflösend,

  • blähungsbekämpfend,

  • beruhigend,

  • appetitanregend und

  • verdauungsfördernd.

Man verwendet ihn in der klassischen Naturheilkunde bei Verdauungsbeschwerden, Magenkrämpfen und Durchfall. Thymian, Majoran und Oregano haben ähnliche Wirkung auf Magen und Darm. Majoran wird außerdem bei Verkrampfungen der Atemwege eingesetzt.

MelisseMelisse (Melissa officinalis)

Auch die Melisse gehört zu den Lippenblütlern und wurde schon in der Antike zu Heilzwecken verwendet. Die älteren Generationen kennen noch den gesunden „Melissengeist“. Er wurde bereits im 16. Jahrhundert von den Karmelitern in Paris hergestellt. Melisse ist mehrjährig und sehr genügsam. Sie wächst an einem sonnigen Platz auf humosem, durchlässigen Boden. Die Vermehrung erfolgt durch Samen, Jungpflanzen oder Wurzelausläufer.

Sammelgut und Sammelzeit: Die Blätter können von Juni bis September laufend frisch gepflückt werden.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Melisse enthält ein wenig ätherisches Öl (0,01 bis 0,3 Prozent), Bitterstoffe, Gerbstoffe und Schleim. Sie wirkt

  • antiseptisch,

  • beruhigend,

  • schlaffördernd,

  • krampflösend und

  • nervenstärkend.

Sie beruhigt Herz und Kreislauf, ist bei nervös bedingten Einschlafstörungen hilfreich, wirkt gegen Erschöpfung, Überforderung und leichte Erregbarkeit des Gemüts.

Man kann Melisse als Tee mit Honig trinken. Legt man frische, zerquetschte Blätter auf die betroffene Stelle, klingen Lippenbläschen (Herpes) schneller ab.

Kraeuter trocknenKräuter trocknen für Tees, Gewürze und andere Zubereitungen

Fast alle Kräuter lassen sich sehr gut trocknen. Zu den wenigen Ausnahmen gehören Borretsch, Koriander, Kresse und Schnittlauch. Sie verlieren beim Trocknen ihren intensiven Geschmack und werden strohig.

Gesammelt werden je nach Pflanzenart Blätter, Blüten, Früchte oder Wurzeln. Getrocknet wird an einem schattigen, luftigen und warmen, aber nicht all zu heißem Ort. Gut geeignet ist zum Beispiel ein Dachboden oder ein gut durchlüftetes Gartenhäuschen.

Blätter, Blüten, Früchte trocknen

Es gibt verschiedene Methoden der Trocknung. Man kann die Kräuter gebündelt kopfüber aufhängen oder locker auf einen Rost legen, der mit Papier ausgelegt wurde. Von der Anschaffung eines speziellen Gerätes zum Trocknen raten wir ab, da der Trockenvorgang meist nicht schonend genug erfolgt und sich die sich die in den Kräutern enthaltenen ätherischen Ölen allzu rasch verflüchtigen. Außerdem wird dabei nur unnötig Strom verbraucht.

Das Trockengut wird so aufgehängt oder gelagert, dass die einzelnen Teile einander nicht überlagern. Es wird während des Trockenvorgangs immer wieder bewegt und gewendet. Wenn die Kräuter rundherum trocken sind und beim anfassen knistern, werden sie noch einmal auf Schimmel etc. geprüft und können dann noch ein wenig zerbröselt und eingelagert werden. Ideal sind dunkle Gläser, Keramikgefäße oder Blechdosen, die auf jeden Fall dicht schließen sollten.

Wurzeln trocknen

Wurzeln sind meistens zu groß, um sie hängend zu trocknen. Deswegen schneidet man sie zunächst in Scheiben, die man dann mit einer Nähnadel auf einen etwas festeren Faden fädelt. Will man vermeiden, dass die Stücke verrutschen und sich berühren, kann man nach jedem Wurzelstück einen kleinen Knoten machen. Dann hängt man sie ebenfalls an einem schattigen, luftigen und warmen Ort auf.

FetthenneFette Henne - bewährtes Hausmittel für die Wundheilung

Die Fette Henne wächst in Gärten, an Felsen, Mauern, Feldrainen und sogar in Wäldern. Sie gehört zu den Dickblattgewächsen (Crassulaceae) und hat den Namen wohl wegen ihrer dickfleischigen Blätter erhalten. Die Pflanze kann bis zu 80 cm hoch werden und steht oft zusammen mit Lavendel und Thymian im Steingärten, wo sie mit dem intensiven Geruch ihrer Blüten die Bienen anlockt. Die bekannteste der etwa 420 Arten ist die Große Fetthenne, auch Purpur-Fetthenne oder lateinisch „Sedum telephium“ genannt. Zum Vermehren der Fetthenne verwendet man meist Stecklinge. Man kann auch ältere Pflanzen teilen oder Samen aussäen, die man im Oktober oder November aus den verblühten Blütenständen absammelt.

Je nach Landstrich heißt die Fetthenne auch Mauerpfeffer, Donnerkraut oder Wolfskraut. Die Bezeichnung Wundkraut weist auf ihre Heilwirkung hin: Als Heilpflanze soll sie alles heilen, was wund ist, äußerlich wie innerlich. Wunden zum Beispiel, aber auch Knochenbrüche, Blutungen und Magengeschwüre, Lungenkrankheiten, Leber-, Darm- und Gebärmutterleiden.

Fetthenne und Aberglaube

Die Fetthenne hatte früher einen festen Platz im Garten. So fest sogar, dass man befürchtete, es werde jemand sterben, wenn die Pflanze einging. Das passiert jedoch praktisch nie, weil sie in den dickfleischigen Blättern sehr viel Wasser speichern kann. Sie ist ohnehin extrem anpassungsfähig und kaum kaputt zu kriegen. Das trug der Fetten Henne auch den Ruf ein, dass nicht einmal der Blitz ihr etwas anhaben kann. Deswegen ließ man sie zum Schutz vor Gewittern auf den Dächern wachsen.

Fette Henne - Wirkung, Anwendung und Inhaltsstoffe

Die Wirkung beruht vor allem auf folgenden Inhaltsstoffen

  • Glykosiden,
  • Gerbstoffen,
  • Schleimstoffen,
  • Flavonoiden,
  • Mineralsalzen,
  • Alkaloiden,
  • Tanninen.

Die Heilwirkung der Fetthenne – Tradition und Wissenschaft

Die Fetthenne wurde traditionell zur Wundheilung bei

  • Hämorrhoiden, Hautflechten oder Verbrennungen,
  • zur Blutstillung,
  • bei Hühneraugen,
  • Quetschungen, Schwellungen,
  • Schwielen und Warzen sowie
  • Erkrankungen der Atemwege verwendet.

In der Pflanzenheilkunde gilt sie auch als Heilmittel gegen die Leiden der

  • inneren Organe,
  • Rheuma, Gicht und sogar
  • Leiden wie den grünen und schwarzen Star,
  • Krebswunden oder Geschwüre.

Sie soll außerdem blutreinigend wirken. Verschiedene Studien belegen die Wirkung der Fetthenne bei der Wundheilung, u. a. eine äthiopische Studie aus dem Jahr 2013. Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen auch, dass Pflanzen aus der großen Familie der Crassulaceae bei der Wundheilung helfen, Leber und Niere schützen, Schmerzen und Krämpfe lindern, entzündungshemmend, antidiabetisch, antioxidativ, antimikrobiell und fiebersenkend sowie gegen Wurminfektionen und unerwünschte Reaktionen des Immunsystems wirken.

Ingwer kIngwer richtig lagern

Ingwer ist ein wunderbares und vielseitiges Gewürz und schmeckt vor allem frisch sehr lecker. Meistens kauft man mehr davon, als man braucht. Aber es gibt glücklicherweise einige sehr einfache Methoden, Ingwer so aufzubewahren, dass er eine Weile frisch bleibt. Welche du wählst, das hängt vor allem davon ab, wie lange du ihn lagern möchtest. Ganz gleich, wie Du vorgehst, achte immer darauf, dass der Ingwer nicht schimmelt und keine fauligen Stellen hat.

Ingwer 3 kIngwer im Kühlschrank aufbewahren

Der Ingwer wird in den nächsten zwei, drei Wochen verbraucht? Dann lagere ihn im Kühlschrank. Dazu wickelst Du den Ingwer vollständig in Butterbrot-Papier ein oder legst ihn in eine Butterbrot-Tüte. Verwende keine Alufolie! Das wird zwar oft empfohlen, ist aber ökologisch nicht sinnvoll und der Ingwer kann zudem nicht atmen. Stich mit Nadel oder Zahnstocher ein paar Löcher in einen Gefrierbeutel, damit der Ingwer Luft bekommt und nicht zu feucht wird. Leg die Knolle im Papier hinein und gib das ganze dann ins Gemüsefach. Wenn Du Ingwer benötigst, kannst Du ein Stück abschneiden und den Rest wieder einlagern.

IngwerIngwer im Tiefkühlfach konservieren

Du möchtest den Ingwer länger aufbewahren? Dann gefriere ihn im Tiefkühlfach ein. Er hält so etwa drei bis sechs Monate, verliert bestenfalls etwas Aroma und schmeckt nach dem Auftauen fast wie frisch. Dazu solltest Du den Ingwer schälen, klein schneiden und auf einen Teller geben. Lass ihn im Tiefkühlfach gefrieren und gib den gefrorenen Ingwer dann in eine Gefrierdose. Die bewahrst Du im Gefrierschrank auf und entnimmst bei Bedarf jeweils soviel, wie du brauchst.

Ingwer in Erde lagern (und vermehren)

Wenn Du den Ingwer sehr lange aufbewahren möchtest, lege die Knolle einfach in Erde. Das hat den Vorteil, dass keinerlei Verpackungsmüll anfällt. Und Du kannst den Ingwer auf diese Weise sogar vermehren:

Ingwer 2 kGib Erde in einen Blumentopf, leg den Ingwer hinein, bedecke ihn leicht mit Erde. Den Topf stellst Du auf eine Fensterbank oder nach draußen. Aber Vorsicht: Ingwer verträgt keinen Frost! Wenn der Ingwer einen sonnigen Platz hat und gut feucht gehalten wird (Ingwer hasst Staunässe), sprießen bald grüne Triebe. Jedes mal, wenn Du Ingwer brauchst, nimmst Du die Knolle aus der Erde, schneidest ein kleines Stück ab und legst die Ingwer-Pflanze wieder in den Topf. Nach etwa 250 Tagen bildet der Ingwer neue Wurzelknollen aus.

Johanniskraut (Hypericum perforatum, Tüpfelhartheu)Johanniskraut

Johanniskraut galt schon im Altertum als wertvolle Heilpflanze. Es spielte einst im Volksglauben und im Brauchtum eine wichtige Rolle. Es gehört wohl zu den wertvollsten Kräutern mit stimmungsaufhellender und wundheilender Kraft. Johanniskraut ist mMehrjährig und bevorzugt trockene Böden. Die Vermehrung erfolgt durch Pflanzen aus der Natur oder Samen. Gesammelt werden die blühenden Sprossspitzen und die Blüten für Johanniskrautöl im Juli bis August. Man sollte sie mittags pflücken, da am Nachmittag der Gehalt an ätherischen Ölen abnimmt.

Johanniskraut: Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Als Hauptwirkstoffe gelten Hypericin und Hyperforin, enthalten sind ätherische Öle, Flavonglykosid, Gerbstoffe und Harze. Johanniskraut gilt als „pflanzliches Antidepressivum“ und wirkt stimmungsaufhellend. Es hilft gegen Angst, nervöse Unruhe und Schlafstörungen. Äußerlich angewendet wirkt Johanniskrautöl und –tinktur entzündungswidrig, wundheilend und schmerzlindernd.

Üblich sind als Anwendungsformen Tee, Johanniskrautöl, Johanniskraut-Tinktur und Pillen.

Warnhinweis: Nach der Anwendung Sonne meiden, da die Haut lichtempfindlicher wird.

LavendelEchter Lavendel (Lavendula angustifolia)

Die Heimat des Lavendel ist das Mittelmeergebiet. Der Lavendel ist ein Lippenblütler und wurde von den Benediktinern „importiert“. Er wird im 12. Jh. von Hildegard von Bingen als Heilpflanze erwähnt. Lavendel ist mehrjährig und liebt einen trockenen, sonnigen Platz. Staunässe sollte man meiden und den Boden locker halten. Die Vermehrung erfolgt durch Jungpflanzen oder Anzucht mit Samen vorziehen. Gesammelt werden die Blüten kurz vor dem Aufblühen von Juli bis August.

Getrocknete Blüten enthalten bis zu 3 % ätherische Öle und etwa 12 % Gerbstoff. Lavendel wirkt Nervenberuhigend, leicht hemmend auf das Zentralnervensystem, entspannend, antiseptisch, krampflösend und insektenabweisend. Er gilt als klassisches Beruhigungsmittel für Herz und Nerven, wird bei nervösen Störungen, Erregungszuständen, Schlafstörungen oder Herzklopfen empfohlen.

Einreibungen mit Lavendelöl helfen gegen Kopfschmerz und Migräne.

Lavendelöl vertreibt Mücken und Motten und neutralisiert Insektengifte bei Stichen; dazu muss es aber sehr kurzfristig auf die betroffenen Stellen aufgebracht werden.

Lavendel - Anwendungsformen

  • Tee: 1 TL getrocknete Blüten auf 1 Tasse Wasser.
  • Bäder: 3 - 4 EL Blüten oder 8 EL Kraut oder 10 Tropfen Lavendelöl.
  • Lavendel als Strauss oder in Kräuterschalen ans Bett stellen,
  • getrocknete Blüten in kleine Stoff-Kissen einnähen und unter das Kopfkissen legen.

ZwiebelKnobLauch kKnoblauch (Allium sativum)

Der Knoblauch gehört zu den Liliengewächsen und seit der frühesten Antike als Würzpflanze bekannt. Die Ägypter verwendeten ihn schon vor 7000 Jahren als Zutat für die meisten ihrer Speisen. Seine Anwendungsmöglichkeiten als Nahrungs- und Heilmittel sind enorm vielseitig. Er gedeiht am besten in sandigem Lehm und freut sich über einen warmen Standort und eine Schicht Kompost, die ihm zusätzliche Nährstoffe liefert. Zur Vermehrung werden Ende März bis Anfang April Zehen im Abstand von ca. 20cm in den Boden gesteckt. Gesammelt werden die Knoblauchzwiebeln im September und Oktober, gelegentlich auch das grüne Kraut, das schon etwas früher geerntet werden kann.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Der Hauptwirkstoff des Knoblauchs ist Allicin. Er wird aus der Ausgangssubstanz Alliin hergestellt: Werden die Zellen zerstört, kommt das Alliin mit dem Enzym Alliinase in Kontakt, das die Umwandlung von Alliin in Allicin bewirkt. Dabei entsteht auch Ajoen, das ein Zusammenkleben der Blutplättchen hemmt und so die Entstehung von Blutgerinnseln erschwert.

Knoblauch wirkt blutdrucksenkend, stark antibakteriell und entzündungshemmend. Er steigert die Aktivität der Fresszellen, weshalb ihm auch eine krebshemmende Wirkung nachgesagt wird.

In der Küche kann man ihn sehr vielseitig verwenden, zum Beispiel für Fleischgerichte, Gemüse, Suppen, Salate, Quark oder Brotaufstriche.

MeerrettichMeerrettich (Armoracia rusticana)

Der Meerrettich ist ein Kreuzblütler und stammt ursprünglich aus Südrussland. Er kam im 12. Jh. zu uns und ist auch unter dem Namen „Kren“ bekannt. Meerrettich bevorzugt nährstoffreiche Böden, wächst aber auch in Gräben und auf Schutthalden. Die Vermehrung erfolgt durch kurze Wurzelstücke, die man in den Boden steckt. Sammelgut sind die Wurzeln, die von Juli bis Oktober geerntet werden können.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Hauptwirkstoffe des Meerrettichs sind Senföle mit antimikrobieller Wirkung, Mineralstoffe und reichlich Vitamin C. Kren wirkt
verdauungsfördernd, stark keimtötend, kreislaufanregend, blutdrucksenkend und harntreibend. Er regt die Tätigkeit der Leber an und verstärkt ihre entgiftende Funktion. Meerrettich wirkt zudem genau wie der schwarze Rettich blutreinigend.

Man kann ihn Innerlich mit der Nahrung oder äußerlich für Breiumschläge anwenden:

  • Breiumschlag bei Rheuma, Gicht, Muskel- und Gelenkschmerzen.
  • Meerettichauflage zur Förderung von Durchblutung und Entgiftung.

Warnhinweis: Chronisch Nierenkranke sollten Kren meiden!

KresseGartenkresse und Kapuzinerkresse - Anbau und Verwendung in der Naturheilkunde

Gartenkresse (Lipidium sativum) 

Die Gartenkresseist ein Kreuzblütler und war bereits im Altertum als Gewürzpflanze bekannt. Sie ist vergleichbar mit der Brunnenkresse, die ähnlich verwendet wird. Gartenkresse sät man direkt in den feuchten Gartenboden oder in Schalen. Ab Ende März dürfen die zarten Pflänzchen ins Freiland. Dort sollte man sie reichlich wässern und von Unkraut frei halten. Im Winter kann man Gartenkresse in Schalen auf der Fensterbank ziehen. Geerntet wird das frische Kraut.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung
Gartenkresse enthältVitamin A, B und vor allem viel Vitamin C sowie ätherisches Senföl (Benzyl-Isothiozyanat), das wirksamste Antibiotikum unter allen bekannten Senfölen. Es ist auch in den Wurzeln des Meerrettich und in der Kapuzinerkresse enthalten und hemmt die Vermehrung von Viren.

Gartenkresse wirkt entzündungshemmend, keimtötend, antiviral, blutreinigend und appetitanregend. Es wird bei Nervenschwäche, und Erschöpfungszuständen verwendet. Hierzu verabreicht man 10 – 30 g Blätter täglich.

In der Küche ist Gartenkresse ein beliebtes Würzkraut für gemischte Salate, Quark, klare Suppen etc.

KapuzinerkresseKapuzinerkresse (Tropaeolum majus)

Die ursprüngliche Heimat der Kapuzinerkresse ist Peru. Sie wurde im 17. Jhd. von Seefahrern nach Europa gebracht, wo sie hauptsächlich als Zierpflanze dient. Die einjährigKapuzinerkresse liebt einen humosen Boden in vollsonniger und windgeschützter Lage. Sie ist frostempfindlich und eignet sich gut für Blumenkästen. Man kann sie schon auf dem Fensterbrett vorziehen oder ab Mai direkt ins Freiland säen. Gesammelt werden Blüten und Blätter von Juli bis Oktober.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung
Blüten und Blätter der Kapuzinerkresse enthalten Senföle. Sie sind für den scharfen Geschmack verantwortlich. Die Blätter der Kapuzinerkresse werden in ihrer südamerikanischen Heimat seit Jahrhunderten als desinfizierende Wundauflage verwendet. Der frische Saft wirkt beruhigend und schleimlösend. Durch das Zerquetschen frischer Pflanzenteile setzt eine enzymatische Aktivität ein. Dabei entsteht Benzyl-Isothiocyanat. Es ist unter allen Senfölen das wirksamste Antibiotikum gegen Pilze und Bakterien und hemmt die Vermehrung von Viren.

Anwendungsformen
10 – 30 g frische Blätter und Blüten täglich, zum Beispiel im Salat, als Saft oder im Smoothie. Die Blätter können auch direkt als Wundauflage verwendet werden.